Schollen
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Schuppenfelle
Schollen (Seeschollen, Flach-, Platt
fisch, Seitenschwimmer), Raubfische mit
gutem Fleisch, stark zusammengedrücktem, sehr
hohem, fast scheibenartigem Körper, unsym
metrischem Kopfe und nur auf einer Seite be
findlichen Augen, sind an der oberen Körper
seite wie der Meeresboden, dunkel schmutzig,
an der unteren oder Bauchseite weiß gefärbt
und zuweilen gefleckt. Die Rücken- und Bauch
flosse ist sehr lang und ungeteilt. Meist liegen
die S. gesellig im schlammigen, flachen Meeres
grund, mit Sand bedeckt, auf einer Seite oder
schwimmen mit der Augenseite nach oben. Ihre
Färbung verändert sich, der Umgebung ent
sprechend. Von den zahlreichen Arten sind zu
erwähnen: i. Die Flunder oderFlunker, auch
Teerbutt genannt (Pleuronectes flesus L.),
die von der französischen Küste bis Irland und
in der Ostsee vorkommt und 30 cm lang sowie
bis 3 kg schwer wird, erscheint graubraun mit
dunklen Flecken (vgl. Flunder). 2. Die ge
meine Scholle, der Goldbutt oder das
Platteisen (P.platessa L.), 50cm lang, 9 kg
schwer, braun, grau, gemarmelt, gelb gefleckt
und auf der Blindseite gelb- und grünlichweiß,
hat die gleiche Verbreitung und wird in großen
Mengen frisch tmd geräuchert versandt. 3. Der
Heilbutt (Hippoglossus Cuv.) zeigt schma
leren, gestreckteren Leib. 4. Der Heiligbutt
oder die Riesenscholle (Hippoglossus vul
garis Flem.), bis 2 m lang und 250 kg schwer,
ist besonders wichtig für die Nordländer. 5. Der
Steinbutt, Turbot (Rhombus maximus),
ein besonders geschätzter Fisch, bis 2 m lang
und bis 35 kg schwer, an der Augenseite höcke
rig, braun, marmoriert und heller gefleckt, lebt
in der Nord- und Ostsee und im Mittelländi
schen Meer. 6. Der y Glattbutt (Rhombus
laevis Cuv.), 40 cm lang, bis 4 kg schwer,
braun, dunkelbraun marmoriert, perlenartig hell
gefleckt, in der Nord- und Ostsee bis zum At
lantischen Ozean. 7. Die längliche Zungen
scholle, Soolen oder Sole (Solea Gthr.), mit
rechtsstehenden Augen und sehr großer After
flosse. 8. Die Zunge, Seezunge (Solea vul
garis Quensel), bis 64 cm lang, 3—4 kg schwer,
wird besonders in England in großen Mengen
verbraucht. Butten und Zungen gedeihen auch
im Süßwasser, in Teichen und Aquarien. — Alle
zur Gattung S. gehörenden Fische werden so
wohl frisch als auch eingesalzen und getrocknet,
zum Teil auch geräuchert genossen. — Über
den Handel und die Bereitungsarten vgl.
Flunder.
Schreibmaschinenbänder enthalten als Farb
körper in Öl gelöste Teerfarben oder mit Öl an
geriebenen Kohlenstoff, gerbsaures Eisen u. dgl.
Wir fanden auf 1 m 1,55 mg Eisen und in bis
178 mg Kohle.
Schrot (Bleischrot, Hagel, frz. Dragde,
Plomb de chasse, engl. Shot) wird in der Weise
hergestellt, daß man stark erhitztes Blei löffel
weise in ein Sieb gießt, dessen Boden mit Blei
krätze bedeckt ist. Die Tropfen durchfallen den
Schrotturm in einer Höhe von30—36m,ballen
sich zu Kugeln und erstarren, bevor sie das
auf dem Boden befindliche Wassergefäß er
reichen (Patentschrot). Um die große Höhe
der Schrottürme auf die Hälfte vermindern zu
können, treibt man den fallenden Tropfen
neuerdings einen kräftigen, durch Ventilatoren
erzeugten Luftstrom entgegen. Das hierzu ver
wendete weiche Blei erhält einen Zusatz von
0,3—0,6 0/0 Arsen in metallischem Zustande oder
in Form von Schwefelarsen oder arseniger
Säure, bisweilen wird das Arsen auch durch
Antimon ersetzt. Das aus dem Wasserbottich
genommene S. wird sogleich an der Luft oder
in erwärmten eisernen Pfannen getrocknet.
Hierauf folgt das Aussondern aller fehler
haften (namentlich ovaler) Körner und das Sor
tieren nach der Korngröße, indem man das S.
eine schiefe Ebene, die in bestimmten Ent
fernungen durch Spalten von etwa 80 mm Weite
unterbrochen ist, hinunterlaufen läßt. Die
ovalen Körner laufen im Bogen.und fallen über
die Seitenränder ab, die runden eilen in gerader
Richtung hinunter, die schwersten überspringen
alle Spalten, weniger schwere fallen durch eine
frühere Spalte ab. Schließlich folgt noch eine
Scheidung durch Rüttelsiebe und, um die Körner
vor Oxydation zu schützen, ein Polieren in
Lauftrommeln mit etwas gepulvertem Reißblei.
Die verschiedenen Sorten werden mit Num
mern bezeichnet. Nr. 00 und o oder PP, P, 00,
o geben die gröbsten, Nr. 10—12 oder 14—16
die feinsten Sorten an. — Rehposten (frz.
Chrevotines, Postes, engl. Buck-shot) sind S.
von 5—6 mm Korndurchmesser, doch versteht
man darunter auch zylindrische, durch Guß in
Formen oder Pressen hergestellte Geschosse
von gleichem Durchmesser. Die feinsten S. von
0,6—1,0 mm Durchmesser heißen Vogeldunst
(frz. Cendrde, engl. Dust shot).
Schuhwichse wird in der Weise hergestellt,
daß man Beinschwarz, Melasse, Dextrin und
Wasser sorgfältig verreibt, etwas grünes Baum
öl oder ein ähnliches fettes Öl hinzumischt und
dann noch einen geringen Zusatz von Schwefel
säure macht. Die fertige Ware wird in Blech
oder Holzschachteln zum Verkauf gebracht.
Gute S. soll einen dauerhaften Glanz auf dem
Leder erzeugen. —- Da die S. bei Zutritt von
Feuchtigkeit die Kleidungsstücke durch Ab
färben beschmutzt und außerdem nicht in bun
ten Farben herzustellen ist, hat man seit meh
reren Jahren die sog. Schuhcremes und Ap
preturen in den Handel gebracht. — Die Cre
mes sind aus Zeresin, Wachs, Karnaubawachs
und Terpentinöl zusammengeschmolzen und je
nach Wunsch für farbige Leder mit Teerfarben
gefärbt. Sie geben durch einfaches Aufreiben
dem Leder Glanz und konservieren es gleich
zeitig. — Appreturen sind Auflösungen von
Schellack in Borax und Wasser mit nachheriger
Färbung. Sie werden mit einem Schwämmchen
oder Pinsel aufgetragen und vertreten die Stelle
des Lederlacks.
Schuppenfelle. Diesen Namen führen im Pelz
handel die Felle des Waschbären, Procyon
lotor Desm. Der Waschbär, die kleinste
Bärenart von etwa Fuchsgröße, bewohnt ganz
Nordamerika, und zwar weniger den hohen
Norden als die Vereinigten Staaten und Kanada,
und wird in größter Anzahl in den Staaten
Michigan, Wiskonsin, Illinois und Ohio, ferner
auch in Arkansas und Tennessee von eigens da
zu abgerichteten Hunden gefangen. Die dicht