sehen, psychologischen Ethik sprechen. Aber über
all geht da Tatsachensammlung und Analyse Hand
in Hand und sowohl in dem einen wie in dem anderen
sind wir stetig über den Standpunkt des 18. Jahr
hunderts hinausgekommen.
Oder: Die alte „natürliche Theologie“ ist über
wunden. Überwunden ist vor allem der Gedanke
einer Vernunftreligion. Aber ebenso sind auch die
Elemente zu einer Wissenschaft der Religion über
wunden, welche jene natürliche Theologie enthielt.
Darin liegt gewiß ein Verdienst des Historismus.
Aber was wir heute an Religionswissenschaft besitzen
ist nicht bloßes Produkt desselben. Wohl ist die Lehre
von der sozialen Genesis der Religion an geschicht
lichem, urgeschichtlichem, ethnologischem Material
entstanden, aber diese Lehre besteht nicht daraus,
sondern aus einer Verarbeitung desselben, bei der
noch anderes Material, vor allem aber analytische
Gedanken hinzutreten. Wir haben ferner eine Reli
gionspsychologie — Sozial- wie Individualpsycholo
gie, die gewiß auf einer Basis von Beobachtungen
der religiösen Erfahrung beruht, ganz so wie jede
Theorie auf Tatsachenbeobachtungen beruht, aber
nicht mehr als eine jede. Wir haben eine Theorie
der sozialen Funktionen und des sozialen Wesens der
Religion und man könnte von einer Theorie der
inneren Logik der Religionssysteme sprechen— alles
zwar sehr empirische aber ebensosehr analytische
. ^Disziplinen.
Was will das alles heißen? Ist das geschehen,
was man ursprünglich wollte, ist die historische