Vorwort zur ersten Ausgabe.
XI
diesem Zusammenstöße die eine der Doktrinen unterliegt und verschwindet.
Öfter aber söhnen sie sieh aus und verschmelzen in der Einheit einer
höheren Synthese. Auch kommt es vor, daß diese oder jene Lehre, die
man tot glaubte, lebendiger als jemals wieder aufersteht.
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Die Literatur zur Geschichte der Doktrinen ist außerordentlich groß.
Außer schon höchst zahlreichen Allgemeingeschichten, außer Kapiteln,
die sich in allen volkswirtschaftlichen Abhandlungen mit ihr beschäftigen,
und zahllosen Aufsätzen in Zeitschriften gibt es kaum einen Schriftsteller,
auch unter den unbekannteren, über den nicht eine oder mehrere Mono
graphien vorlägen. Wenn wir alle diese Arbeiten hätten anführen wollen,
würden wir diesen Band ins Maßlose haben anwachsen lassen, ohne doch
dazu zu gelangen, vollständig zu sein. Daher haben wir uns darauf be
schränkt, zunächst selbstverständlich die Werke derer anzuführen, die die
Helden dieser Geschichte sind. Ihre Kommentatoren und Kritiker zitieren
wir nur dann, wenn wir ihnen unmittelbar einen Ausdruck oder einen
Gedanken entlehnen, oder wenn es notwendig ist, um es dem Leser zu er
möglichen, die Lücken unserer Darlegung auszufüllen; schon das ergibt
eine sehr große Anzahl Namen, wie man aus den Anmerkungen ersehen
wird. Aber die gewollte Unvollständigkeit unserer Quellenangaben über
hebt uns nicht der Verpflichtung, am Eingang dieses Buches unsere
Dankesschuld gegenüber allen denen, und sie sind zahlreich, abzutragen,
die vor uns denselben Weg gegangen sind, uns dadurch unsere Aufgabe
erleichtert haben und so ihren Teil an der Mitarbeit an diesem Buche
beanspruchen dürfen. Sicher werden sie bemerken, daß wir sie weder
vergessen noch mißachtet haben.
Wenn dieses Buch auch mit Hinsicht auf die Arbeit der allgemeinen
Vorbereitung und Revision das gemeinsame Werk der beiden Schriftsteller
ist, deren Namen es trägt, so haben sie doch die Arbeit der Darstellung
im Einzelnen unter sich verteilt. Auf den folgenden Seiten (XIX u. XX)
wird man in der Zusammenfassung der Inhaltsangabe den Namen eines
Jeden der beiden Verfasser neben dem Kapitel, das er geschrieben hat,
finden.
Die Verfasser haben nicht geglaubt, daß eine wissenschaftliche Kolla
boration an einer Geschichte der Ideen die vollständige Übereinstimmung
über alle Fragen bedingt, mit denen sie sich zu beschäftigen hatten. Sie
haben, besonders in Hinsicht auf die Doktrinen der wirtschaftlichen und
sozialen Politik, die in diesem Buch dargelegt sind, ihre volle Unabhängig-