Anhang.
A.
Manifest.
An alle unterdrückten Völker und Klassen
Manifest
des Brüsseler Kongresses gegen den Imperialismus
Die auf dem Kongreß versammelten Vertreter der unterdrückten Völker
und der Arbeiterklasse aller Erdteile haben im Interesse der Sicherung ihrer
elementaren Rechte und Entwicklung
untereinander ein brüderliches Bündnis geschlossen.
Die gefährliche, verhängnisvolle, erniedrigende und barbarische Lage,
eine: Lage, in der Hunderte von Millionen Menschen künstlich und gewalt-
sam zum materiellen und moralischen Dahinvegetieren verurteilt sind und
willenlose Opfer der fremdkapitalistischen Ausbeutung bleiben — wobei der
Kampf um diese Ausbeutung den Völkerfrieden stets mit neuen blutigen Kon-
flikten bedroht — kann wirklich nicht länger geduldet werden. Die Geschichte
hat über diese jahrhundertelange Schande, die in unserer Epoche durch die
Politik des Imperialismus von neuem verstärkt und zu einem noch nie dage-
wesenen Umfang gesteigert wurde, ihr unwiderrufliches Urteil gesprochen.
Jahrhundertelang war die schonungslose, grausame, vor nichts zurück-
schreckende Ausbeutung der transozeanischen, asiatischen, afrikanischen,
amerikanischen Völker und Stämme stets eine der Hauptquellen, aus denen
sich der europäische Kapitalismus nährte. Die unbeschreibliche Unterjochung,
die unmenschliche Versklavung und Zwangsarbeit,
die Ausrottung ganzer Völker und Stämme, :
deren Name oft nicht einmal übrigblieb, war notwendig, um das stolze
Gebäude zunächst des europäischen und dann auch des europäisch-amerika-
nischen Kapitalismus und seiner ganzen, so sehr von sich eingenommenen
materiellen und geistigen Zivilisation zu erbauen. Aber sogar die jungen
Staatswesen, die jenseits des Ozeans teils am Grabe anderer Völker und
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