Full text: Vergangenheit und Zukunft der Sozialwissenschaften

Die das nicht einsehen wollen, erscheinen dann leicht 
als hoffnungslos rückständig, wenn nicht gar als ver 
bohrte Frevler. 
Viertens: Jede Forschungsrichtung bedarf eines 
auf sie gestimmten Publikums und des Zusammen 
arbeiten Vieler. Der Führer muß sich einen solchen 
Resonanzboden in weiteren Kreisen schaffen. Das 
kann er nur durch kurze absolute Schlagworte, die 
in dieser Kürze und Schärfe nie ganz richtig sein 
können. Er wird am wirksamsten an weitere Kreise 
appellieren, wenn er ihnen ein faßliches, scharf 
geschnittenes Programm zeigt und einen Feind, 
gegen den man anstürmen kann. Das gilt auch von 
zu gewinnenden Schülern: Wer mit all den Ein 
schränkungen, die eigentlich notwendig wären, zu 
den ungeformten Geistern spricht, wird nie ihre 
Phantasie entzünden und sie zu Kämpfern für seine 
Ideen machen. Kur kurze Zeit hat er sie vor sich. 
Da muß er ihnen schnell und stark das Wichtigste 
sagen von dem, was er am Herzen hat. Selbst wenn 
er alle Einschränkungen ausspricht, sie werden nur 
die Grundthesen aufnehmen. Und dann werden sie 
übertreiben: Nur übertreibend handeln Gruppen von 
Menschen. Nur so entstehen Schulen, nur durch 
Schulenprogramme einheitliche Richtungen und 
Möglichkeiten des Zusammenarbeitens. Aus dieser 
technischen Notwendigkeit von Schulenbildungen er 
klären sich jene abrupten Vorwärtsbewegungen: Man 
stemmt sich gleichsam, alle Kraft aufwendend, an 
nichts anderes denkend, gegen eine Stelle einer Wand, 
die dem Weiterkommen im Wege steht; wenn sie 
Schumpeter, Vergangenh. u. Zukunftd. Sozialwissenscli. 7
	        
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