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keinesfalls aber ein gerechter Eichter ist — gerade
dann dürfen wir nicht zu hart urteilen, wenn er, die
er bekämpft, gar nicht verstanden hat!
Zugleich können wir uns aber auch erklären, wo
her trotzdem der Eindruck einheitlicher Züge der
Entwicklung kommt oder besser auf welchen Tat
sachen die Einheitlichkeit der Entwicklung beruht.
Vor allem fällt auf, daß manche der angeführten
Ursachen der „Diskontinuität“ oder der „Willkür“ der
Entwicklung weit mehr den Schein eines Verbrennens
aller Schiffe hervorrufen als wirklich alle Schiffe ver
brennen. Lokal und temporär mag gelegentlich der
Anschein erweckt werden, als ob alles von neuem
beginnen müßte und würde. Eitelkeiten und Eng
herzigkeiten Einzelner oder ganzer Eichtungen
mögen einen Abgrund Vortäuschen, wo nur ein
kleiner Graben ist. Auf politischen und philosophi
schen Gründen beruhende Unpopularität mag augen
blicklich erdrückend sein. Das mag ganze Gene
rationen schwer schädigen, aber all das kann doch
nicht leicht weit und dauernd unter die Oberfläche
des wissenschaftlichen Lebens hinunterreichen.
Aber ganz abgesehen davon — wie immer man
diese unsere Welt und diesen unseren Denkapparat
philosophisch deuten mag, für alle praktischen
Zwecke und auch den der Wissenschaft kann man
ruhig sagen, daß diese Welt und dieser Denkapparat
gegebene Tatsachen sind, an denen wir nichts ändern
können. Und weil Gegenstand und Werkzeug der
Wissenschaft gegeben sind, so sind es auch die Pro
bleme, d. h. das was uns fraglich erscheint und die
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