Full text: Befreite Arbeit

höchsten Anspannung, in der Form der 
Kam pftätigkeit — durch, wenn man sich 
so ausdrücken darf, Ausbrüche mensch- 
licher Tatkraft, die von kurzer Dauer oder 
nicht häufig sind; im Gegenteil, die Arbeits- 
tätigkeit verlangt beharrliche, beständige, 
tägliche Anspannung. Die Kampftätigkeit 
vollzieht sich unter besonderen, außer- 
ordentlichen, sozusagen feierlichen Umstän- 
den. Sie stellt den Menschen vor das An- 
gesicht des Todes, und hier können dem 
Menschen nur uneigennützige oder gesell- 
schaftliche Beweggründe helfen und die 
Kraft zum Handeln verleihen; persönliche, 
selbstsüchtige Beweggründe können hier der 
Handlung des Menschen nur hinderlich 
sein. — Die Arbeitstätigkeit vollzieht sich, 
im Gegenteil, unter gewöhnlichen, werk- 
täglichen Umständen, die an und für sich 
den Geist des Menschen durchaus nicht 
erheben. Das ist das Tätigkeitsfeld, wo die 
Wirkung der selbstsüchtigen Antriebe des 
Menschen sozusagen unausrottbar ist, hier 
war diese Wirkung und ist sie vorhanden, 
hier ist sie normal und gesetzlich. Das ist 
das Gebiet, wo wir Menschen uns gegensei- 
tige Dienste erweisen und wo niemand für 
den anderen umsonst arbeiten will. Frei- 
lich wird diese Ordnung wahrscheinlich 
nicht ewig bestehen, wie sie ja auch schon 
gegenwärtig in der Familie nicht besteht. 
Jedoch ihre Uebertragung über die Grenzen 
der Familie hinaus wäre nur bei einer 
solchen Erhöhung der Selbstlosigkeit in der
	        
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