Schlußfolgerungen
Und wenn wir erst einen solchen Zustand haben,
dann ist jede andere Reglementierung nicht nur über-
flüssig, sondern schädlich, denn dann bedeutet Frei
heit des Tausches zugleich den höchstmöglichsten Zu
stand gerechter Güterverteilung, gerechter, als je ein
ausgeklügeltes System ihn einzuführen imstande sein
wird.
Nichts ist leichter, als sich in Spekulationen über
eine rein verstandesgemäß geordnete Volkswirtschaft
zu ergehen. Bei der Bedeutung, die das Gefühl im
Wirtschaftsleben spielt, fallen alle solche Systeme in
sich zusammen, weil eben das Gefühl unberechenbar
ist. Ls ist ebenso unmöglich, das Wirtschaftsleben eines
Volkes rein verstandesgemäß zu regeln, wie es einem
Menschen unmöglich ist, seine inneren Drgane durch
seinen verstand zu beeinflussen. Ls braucht in einem
kommunistischen Staat nur einmal der Fall einzutreten,
daß die öffentliche Meinung rein gefühlsmäßig eine
andere Ñnsicht hätte von der mutmaßlich ausreichen
den Versorgung mit Subsistenzmitteln als die leitende
stelle, die mit der verstandesmäßigen Regelung der
Volksernährung betraut ist, um die gewaltigste politische
und wirtschaftliche Erschütterung herbeizuführen.
Die künstliche Regelung des Wirtschaftslebens über
steigt jede menschliche Fähigkeit. Ls genügt auch voll
ständig, wenn der Staat darüber wacht, daß jedem das
beine werde, der geistigen und körperlichen Ñrbeit der
Teil, der ihr nach ihren Leistungen auf dem Wege freien
Tausches zukommt, und dem Staate das, was ihm allein
für seinen Teil der nationalen ñrbeitsleistung ge
bührt. Und wollte man einwenden, diese sei überhaupt
eine Einheit, und die beiden Gebiete ließen sich nicht
trennen, so erwidern wir, daß sie wohl nach außen
bvhlman, Laienbrcvier.
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