Object: Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

Die KEleaten, 
vertritt, kein Weg zur ursprünglichen Einheit und Totalität zu- 
rückführt, dass sie den Inhalt, den sie in seine Bestandteile zer- 
fällt hat, nicht wieder aus ihnen zurückzugewinnen und aufzu- 
bauen vermag. Die Zahl und die diskrete Vielheit — so lässt sich 
die Zenonische Beweisführung zusammenfassen — genügt dem 
Problem der Grösse nicht: wie vermöchten wir in ihnen die Be- 
dingungen aller Wahrheit und alles Seins anzuerkennen? Denn 
als Grösse, als stetiges, unteilbares Ganze wird auch hier das 
Sein noch gedacht. Was nicht in dieser Form sich darstellt, was 
nicht als ein abgeschlossener, gleichförmiger und unterschieds- 
loser Inhalt das Denken ausfüllt, das besitzt keine echte Realität. 
So zeigt sich uns hier das Doppelantlitz des Eleatischen Seins, das 
auf der einen Seite nichts anderes als der Inbegriff und die Zu- 
sammenfassung für die allgemeinen Forderungen ist, die der Ge- 
danke stellt, während es andererseits im Bilde der wohlgerundeten 
Kugel in einer unmittelbaren Anschauung vor das erkennende 
Bewusstsein hintritt. Der Begriff des Seins verfliesst in den Be- 
griff des „Vollen“: die Einheit des Alls wird mit der durchgehen- 
den lückenlosen Raumerfüllung gleichbedeutend. 
| In diesem zwiefachen und zwiespältigen Ergebnis liegt der 
eigentliche Antrieb für den weiteren Fortschritt. Dieselbe kri- 
Eh Wendung, die den Uebergang von der Pythagoräischen zur 
eatischen Philosophie vollzog, genügt, schärfer gefasst und durch- 
geführt, SE die Entwicklung der Atomistik aus der Grundlage der 
Arlst el eischen Lehre zu erklären. Der bekannte Bericht des 
> oteles über die Entstehungsgründe der atomistischen Theorie 
One diesen Zusammenhang bereits in helles Licht. Wenn ältere 
Hin SIle “- so heisst es hier — in der Ueberzeugung, dass 
leugneten u dr Begriffe zu folgen habe, die Wahrnehmung ver- 
das Seien de al über sie hinwegsahen, und wenn sie demgemäss 
geuSntE  hlerm Sins und unbeweglich setzten, so glaubte, im Ge- 
Wahrnehmung ‚eukipp Vernunftgründe zu besitzen; die, mit der 
weder die Verände Einklang, weder Entstehen noch Vergehen, 
Denn indem ers "z. „noch die Vielheit der Dinge aufhöben. 
dass es üOhne cine der einen Seite aus den Phaenomenen schloss, 
auf der anderen x leeren Raum keine Bewegung geben „könne, 
ehren Z . Seite dagegen den Vorkämpfern der Alleinheits- 
ugeständnis machte dass das Leere ein Nicht-Seiendes
	        
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