Full text: Wirtschaftspolitisches Handbuch von Rumänien

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Wirtschaftliche Verhältnisse 
b) Kreditwesen 
Gleichen Schritt mit der wirtschaftlichen Entwicklung Rumä- 
niens hielt auch das Kreditwesen. Seine Organisation umfaßt 
gegenwärtig eine Reihe von öffentlichen und privaten Bau 
ten und von Genossenschaften. 
Öffentliche Banken sind: die Nationalbank (bancanationalst, 
aRomäniei), die Spar- und Depositenbank (oasa äs äspunori, oon- 
«swnaftnni §i economii), die vier Bodenkreditanstalten (orsäitul 
tnnoiar und orsäitul kunoiar urban äin Luours^ti, srsäitul 
tunsiar urban äin äa^i und srsäitul kunoiar urban äin Craiova), 
die Parzellierungsbank (casa rurulä), die Agrarbank (banca agricolä) 
und die Acker- und Weinbau-Kreditanstalt (orsäitul agricol §i viticol). 
Die Nationalbank wurde durch das unter dem 31. Mai 1892 
geänderte Gesetz vom 17. April 1880, M. O. Nr. 90, mit einem 
Kapitale von 30000000 Lei ins Leben gerufen, von welchem der 
Staat 10000000 Lei auf sich nahm; doch hat er 1901 seinen Aktien 
besitz verkauft. Der Wirkungskreis der Bank umfaßt die Befugnis, 
Wechsel- und Schatzscheine zu eskomptieren, Gold und Silber zu 
laufen und zu verkaufen, Effekten einzukassieren, Darlehen gegen 
Verpfändung von Gold und Silber zu gewähren, Geld und Eeldes- 
wert in laufender Rechnung entgegenzunehmen, sowie Lager 
scheine und öffentliche Schuldverschreibungen zu beleihen. Die 
Bank besitzt das Privilegium, Banknoten auszugeben; doch müssen 
sie bis zu 40 % mit effektivem Golde oder Eoldwechseln gedeckt sein. 
Die Banknoten werden in Stücken von 10, 100, 600 und 1000 Lei 
ausgegeben und auf Verlangen in Gold eingelöst. Durchschnittlich 
zirkulieren Banknoten von 300000000 Lei. Im Jahre 1915 erreichte 
ihre Summe 762210210 Lei. Die Golddeckung betrug im Mittel 
45%. Die Einlagen bezifferten sich imJahre 1911 auf 192 475286 Lei, 
von denen im Laufe des Jahres 75566600 Lei behoben wurden. 
Der Wechfeleskompte umfaßte 103219128 Lei, 492356085 Mark, 
3473872 Livres Sterling, 50000 Gulden holländisch und 5371000 
Kronen, der Lombard 114848020 Lei, das gesamte Virement stellte 
sich auf 1671383587 Lei. 
Die Depositenkasse ist eine Staatsanstalt und wurde mit 
dem Gesetze vom 3. August 1876, M. O. 114, errichtet. Ihr obliegt 
die Verwahrung und Verwaltung aller administrativen, gericht 
lichen und freiwilligen Depositen, der Kaduzitäten, der beschlag 
nahmten Gelder, der Überschüsse der Kreise und Gemeinden, so 
wie sämtlicher Kautionen. Mit dem Gesetze vom 16. Januar 1880, 
M. O. 12, wurde ihr eine unter staatlicher Garantie ins Leben ge 
rufene Sparkasse angegliedert, welche die Bestimmung hat, Spar-
	        
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