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Wirtschaftliche Verhältnisse
Grund oder höchstens 3 ha besitzen und auf dem Gute oder in seiner
Nachbarschaft wohnen. Die Käufer sind verpflichtet, die gekaufte
Parzelle selbst zu bearbeiten und eine Anzahlung von 15 % des
Kaufpreises zu leisten. Den Rest von 86 % kreditiert ihnen die
Bank gegen 6^>ige Hypothek. Wälder, welche zum gekauften
Gute gehören, übernimmt der Staat oder die Gemeinde. Im
letzteren Falle wird der Wald vom Staate verwaltet. Bis Ende
1911 hat die casa ruralä Güter im Werte von 35672663 Lei ge
kauft. In diesem Jahre wurden 1902 Parzellen um den Preis von
4269544 Lei, daher im Mittel um 670 Lei per ha verkauft und
17279 ha teils an einzelne Bauern, teils an bäuerliche Genossen
schaften in Pacht gegeben. Die Bilanzsumme der Bank betrug
68368063 Lei, der erzielte Reingewinn 639499 Lei.
Die Agrarbank (hanca agricolä) wurde durch das Gesetz
vom 1. April 1894 zur Förderung der Landwirtschaft ins Leben
gerufen. Sie ist eine unter der besonderen Aufsicht der Regierung
stehende Aktiengesellschaft mit einem Kapital von 7938125 Lei,
welches bis auf 20000000 Lei erhöht werden kann und 1913 auf
18 500000 Lei erhöht wurde. Sie ist ermächtigt, alle üblichen Bank
geschäfte zu betreiben. Besonders pflegt sie die Erteilung von Vor
schüssen auf den Ertrag der Landwirtschaft. Ihre betreffenden
Forderungen geniesten Vorzugsrechte bei der Einbringung sowie
Stempel- und Gebührenfreiheit. 1911 hat sie aus verschiedenen
Titeln Vorschüsse von 41617695 Lei gewährt. Die Bilanzsumme
stellte sich auf 89477810 Lei, der Reingewinn auf 1095117 Lei.
DieAckerbau-Kredit-Anstalt (orodit agriool) wurde mit
dem Gesetze vom 2. Juni 1892 eingerichtet und mit dem Gesetze vom
16. Januar 1906 durch Angliederung einer Weinbau-Kreditanstalt
erweitert, die in der Folge durch das Gesetz vom 24. Mai 1906
juristische Persönlichkeit erhielt. Der Credit agricol $i viticol ist
eine mit 25000000 Lei und dem Rechte der Ausgabe von Schuld
verschreibungen ausgestattete Staatsanstalt und hat den Zweck,
einerseits als Eeldausgleichsstelle der bäuerlichen Genossenschaften
zu dienen, andererseits Bauern die zur Errichtung und zum Be
triebe ihrer Wirtschaft, beziehungsweise zur Anlage oder zur Wieder»
anpflanzung von Weingärten nötigen Mittel zu beschaffen. Er
geniestt eine Reihe von Steuern-, Gebühren- und Erekutionsprivi-
legien. Ende 1910 betrugen die Einlagen 20045196 Lei, die aus
gegebenen Schuldverschreibungen 4133100 Lei, und die bewilligten
Darlehen 620275616 Lei. Die Bilanzsumme stellte sich auf
123498726 Lei, der Reingewinn auf 2882927 Lei.
Neben den öffentlichen Banken wirkten 1913 noch 197
Privatbanken. Die wichtigsten derselben sind: