fullscreen: Finanzwissenschaft

) 4. Buch. IV. Teil. Gebühren. 
ärmeren Leuten erworben werden können, eventuell durch zusammen- 
tretende Spielgesellschaften, wenn die Aufmerksamkeit, die Spiellust 
durch verlockende, schreiende Reklame, Zeitungsartikel usw. an- 
geregt werden, dann ist die Klassenlotterie nicht weniger gefährlich 
als das Zahlenlotto. Sehr berechtigt waren daher die Einwendungen, 
die bei Verhandlung des preußischen Gesetzes (1891) geltend ge- 
macht wurden und welche namentlich forderten, daß die Reklame 
überhaupt verboten werde, daß Lose nur bei Staatskassen gekauft 
werden können usw. 
IV. Teil. 
Gebühren. 
I. Abschnitt. 
Theorie der Gebühren. 
1. Das Gebührenprinzip. Halten wir die Ergebnisse der 
vorhergehenden Betrachtungen vor Augen, so können wir dieselben 
darin zusammenfassen, daß die privatwirtschaftlichen KEinnahms- 
quellen immer mehr in den Hintergrund treten. Bei den rein 
privatwirtschaftlichen Erwerbsquellen ist natürlich der KErwerbs- 
gesichtspunkt am berechtigtsten. Doch hat auch hier die Entwick- 
lung dahin geführt, daß der Staat auf diese Erwerbsquellen ver- 
zichten soll. Auch bei den Gegenständen der wirtschaftlichen 
Regalien hatte die Anwendung des privatwirtschaftlichen Stand- 
punktes seine Berechtigung, wenn auch in geringerem Maße wie 
bei den eigentlichen privatwirtschaftlichen Erwerbsquellen. Aber 
auch die Regalien traten als Einnahmsquellen zurück. Noch 
schwächer soll sich der privatwirtschaftliche Gesichtspunkt bei den 
Gebühren betätigen. 
Gebühren sind Geldleistungen, mit welchen jene belastet werden, 
die die Tätigkeit solcher Organe in Anspruch nehmen oder ver- 
ursachen, die staatliche resp. öffentlich-rechtliche, aus den Hoheits- 
rechten des Staates fließende Funktionen ausüben. 
Wir ersehen hieraus vor allem den engen Zusammenhang der 
Frage der Gebühren mit der Art und dem Grade der Ausdehnung 
der Staatstätigkeit. Wir wissen, daß‘ hierüber in der national- 
ökonomischen Wissenschaft divergierende Ansichten herrschten. Da 
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