Kap. II. Folgerungen aus Tatsachen.
feiert, daß sie zu ebenso „auffallenden Folgen" führen wird, wie Malthus'
angebliches Bevölkerungsxrinzix.
Gehen wir jedoch von diesen Betrachtungen zu einer bestimmteren
Untersuchung über. )ch behaupte, daß die gewöhnlich als Beispiele
angeführten Fälle von Übervölkerung keine nähere Untersuchung ver
tragen. Indien, China und Irland liefern die stärksten dieser Fälle.
In allen diesen Ländern sind große Menschenmassen durch Hunger um
gekommen, und ganze Ulassen werden zu abschreckendem Elend verurteilt
oder zur Auswanderung gezwungen. Aber rührt dies wirklich von Über
völkerung her? _ , ,
vergleichen wir die Gesamtbevölkerung mit dem Gesamt-Flachen-
inhalt, so sind Indien und China keineswegs die am dichtesten bevölkerten
Länder der Erde. Nach den Schätzungen von Behm und Wagner beträgt
die Bevölkerung Indiens nur sZ2, die Chinas nur Menschen auf die
(engl.) (vuadratmeile, während Sachsen eme Bevölkerung von 442,
Belgien 44V England 422, die Niederlande 29t, Italien 2-4 und Iapan
233 hat*) Ls gibt somit in beiden Ländern große unbenutzte oder mcht
völlig benutzte Flächen; aber selbst in ihren dichter bevo kerten Gegenden
könnten beide zweifelsohne eine viel größere Bevölkerung m einem
viel höheren Grade von Uomfort erhalten, denn m beiden Landern wird
die Arbeit in der rohesten und unwirksamsten elfe^ zur pro u wn
verwendet, und in beiden Ländern sind große natürliche Hilfsquellen
völlig vernachlässigt. Dies rührt von keinen angeborenen Mangeln
dieser Völker der. denn der Hindu ist, wie die vergleichende Philologie
bewiesen hat, von unserem eigenen Blute, und China besaß emen hohen
Grad von Zivilisation und die Anfänge der wichtigsten modernen Er
findungen, als unsere Ahnen noch Nomaden waren. Ls rührt von der
Form her, welche die soziale Organisation in beiden Landern angenommen
hat, und welche die Produktivkraft gefesselt und den Gewerbfleiß seines.
Lohnes beraubt hat. .. ... < .. . „
Seit undenkbaren Zeiten sind in Indien die arbei enden Massen
durch Erpressungen und Druck aller Art m einen Zustand hilf- und
hoffnungsloser Entwürdigung versetzt worden. Seit alters hat sich der
Bebauer des Bodens glücklich geschätzt, wenn die Erpressungen der
Mächtigen ihm genug übrig ließen, um das Leben zu fristen und für
Aussaat zu sorgen; Kapital konnte nirgends sicher angehäuft oder m
irgend beträchtlicher Ausdehnung zur Unterstützung der Produktion
angewendet werden; aller Reichtum, der dem Volke abgerungen werden
Ick entnehme biete Zahlen dem SmitHfonian-Berichte von 1873,ibie Bruchteile
weglassen? Bchm und Wagner schätzen die Bevölkerung LHmas auf W 500 000, oh.
r ■ j. I 1 k a «s nickt 150 000 000 überschreite. Dre Bevölkerung vorder-'
gle,ch andere bebaup en daß sre rnchl 150 0 ^ ^ ^ ^ ^lon
ans 07 -r aut die qzuadratrneile; die von ksinterindien aus 2I0I8 0S2
1377 000 000, ein Durchschnitt vonL26,64 auf d.e Vuadratrneüe.