Full text : Fortschritt und Armut

Die  Gesetze  der  Verteilung.

Buch  III.

W

daß  alle  Arten  der  Güter  einen  durchschnittlichen  Vorteil  haben,  der  aus
dein  Besitz  einer  jeden  Art  erwächst;  denn  niemand  würde  Kapital
in  einer  Form  behalten  wollen,  wenn  es  für  eine  vorteilhaftere  Form
vertauscht  werden  könnte.  Niemand  würde  z.  B.  Weizen  zu  Mehl
mahlen  und  es  zur  Bequemlichkeit  derer,  die  von  Zeit  zu  Zeit  weizen
oder  etwas  Gleichwertiges  gegen  Mehl  zu  tauschen  wünschen,  vorrätig
halten,  wenn  er  durch  den  Tausch  sich  nicht  ein  mehr  verschaffen  könnte
gleich  dem,  das  er  sich  durch  Pflanzung  seines  Weizens  verschaffen
könnte.  Niemand  würde  eine  ^erde  Schafe,  solange  er  sie  behalten
kann,  für  deren,  im  nächsten  Jahre  in  Hammelfleisch  zurückzugebendes
Nettogewicht  umtauschen;  denn  wenn  er  die  Schafe  behält,  so  hat  er
nächstes  Jahr  nicht  bloß  ihr  Fleisch,  sondern  auch  die  Lämmer  und  die
wolle.  Niemand  würde  eine  Bewässerungsgraben  anlegen,  wenn  die,
welche  mit  dessen  Hilfe  die  erzeugenden  Naturkräfte  ausnutzen  können,
ihm  nicht  einen  Anteil  an  ihrem  Mehr  zugestehen,  der  seinem  Kapital
einen  so  großen  Ertrag  sichert  wie  dem  ihrigen.  Und  so  muß  in  jedem
Austauschkreise  die  Kraft  der  Vermehrung,  welche  die  Erzeugungsoder ­
  Lebenskraft  der  Natur  einigen  Arten  des  Kapitals  verleiht,  sich
mit  allen  übrigen  ausgleichen;  und  wer  Geld,  Hobel,  Bretter  oder
Kleider  ausleiht  oder  zum  Austausch  verwendet,  vermag  ebensowohl
einMehr  zu  erzielen,  als  wenn  er  so  viel  Kapital  zu  reproduktiven  Zwecken
in  einer  der  Vermehrung  fähigen  Form  verliehen  oder  angelegt  hätte.
Auch  in  der  durch  den  Tausch  herbeigeführten  Nutzbarmachung
der  Unterschiede  in  den  Kräften  der  Natur  und  des  Menschen  ist  eine
Zunahme  enthalten,  die  einigermaßen  der  durch  die  vitalen  Kräfte  der
Natur  hervorgebrachten  gleicht.  An  einem  Platze  wird  z.  B.  eine  gegebene ­
  Summe  von  Arbeit  200  an  vegetabilischer  und  joo  an  tierischer
Nahrung  ergeben.  An  einem  anderen  Platze  sind  diese  Bedingungen
umgekehrt,  und  dieselbe  Summe  von  Arbeit  wird  joo  an  vegetabilischer
und  200  an  tierischer  Nahrung  ergeben.  An  dem  einen  Platze  ist  der
relative  wert  der  Pflanzen-  zur  tierischen  Nahrung  wie  2  ju  ;  und  an
dem  anderen  wie  t  zu  2;  und  nehmen  wir  an,  daß  von  beiden  gleiche
Beträge  erforderlich  sind,  so  wird  dieselbe  Summe  von  Arbeit  an  jedern
Platze  J50  von  beiden  ergeben,  widmen  wir  jedoch  an  dem  einen  Platze
die  Arbeit  der  Hervorbringung  von  Pflanzennahrung  und  an  denr
anderen  der  von  tierischer  Nahrung,  und  tauschen  dann  die  erforderlichen
Mengen  um,  so  werden  die  Leute  auf  beiden  Plätzen  durch  die  gegebene
Summe  von  Arbeit  200  hervorzubringen  imstande  fein,  abzüglich  der
Verluste  und  Kosten  des  Tausches;  so  daß  auf  jedem  Platze  das  dein
verbrauch  entzogene  und  zum  Tausch  bestimmte  Produkt  ein  Mehr
bringt.  So  kehrt  Whittingtons  Katze,  die  nach  einem  entfernten  Lande
gesandt  ist,  wo  Katzen  selten  und  Ratten  in  Rberfluß  sind,  in  Warenballen
und  Säcken  Goldes  heim.
Selbstverständlich  ist  zum  Tausch  ebensowohl  Arbeit  nötig  wie
zur  Verwertung  der  reproduktiven  Naturkräfte,  und  das  Produkt  des
            
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