Die Gesetze der Verteilung.
Buch III.
könnte; aber der Waffenschmied des Stammes kann nicht von dein
Jäger je den siebenten der getöteten Büffel als Entgelt für den Ge
brauch des Bogens und der -Pfeile beanspruchen, so wenig wie das in
einer Wollenwarenfabrik angelegte Kapital dem Kapitalisten den Unter
schied zwischen der Produktion der Fabrik und dem, was die gleiche
Summe von Arbeit mit Spinnrad und Bandstuhl erzielt haben würde,
eintragen wird. Wenn Wilhelm von Jakob einen Hobel borgt, erlangt
er damit nicht den Vorteil der durch den Hobel erzielten größeren Arbeits
leistung gegenüber der Arbeitsleistung mittels einer Muschel oder eines
Feuersteins. Der Fortschritt der Kenntnisse hat den in der Verwendung
von Hobeln liegenden Vorteil zu einem Gemeingut der Arbeit ge
macht. Mas Wilhelm von Jakob erhält, ist nur derjenige vorteil, den
eine Jahresfrist dem Besitz eines Kapitals, wie der Hobel es darstellt,
verleiht.
Wenn nun die vitalen Kräfte der Natur, welche dem Element
der Zeit einen Vorteil gewähren, die Ursache des Zinses sind, so scheint
daraus zu folgen, daß der höchste Zinssatz durch die Stärke dieser Kräfte
und durch die Ausdehnung, in welcher sie in der Produktion beschäftigt
sind, bestimmt werden müsse. Während jedoch die Zeugungskraft der
Natur ungemein verschieden ist, wie z. B. zwischen dem Lachs, der
Tausende von Eiern setzt, und dem Walfisch, welcher in Zwischenräumen
von Jahren nur ein Junges wirft, zwischen dem Kaninchen und dem
Elefanten, der Distel und der Riesenfichte, so ergibt sich aus der Art
und Weise, wie das natürliche Gleichgewicht erhalten wird, daß eine
Ausgleichung zwischen den zeugenden und zerstörenden Kräften der
Natur besteht, welche in Wirklichkeit das Vermehrungsprinzip auf einen
gleichförmigen Punkt bringt. Dies natürliche Gleichgewicht vermag
der Mensch innerhalb enger Grenzen zu stören, und er kann durch Ver
änderung der natürlichen Bedingungen aus der wechselnden Stärke
der Zeugungskraft in der Natur nach Belieben Nutzen ziehen. Aber
wenn er dies tut, dann entspringt aus dem weiten Spielraum seiner
Wünsche ein anderes Prinzip, welches in der Vermehrung der Güter
eine ähnliche Ausgleichung, ein ähnliches Gleichgewicht zuwege bringt,
wie das, welches in der Natur unter den verschiedenen Formen des
Lebens besteht. Diese Ausgleichung zeigt sich in den Preisen. Werden
in einem dazu geeigneten Lande von mir Kaninchen, von einem anderen
Pferde aufgezogen, so können meine Kaninchen, bis die natürliche Grenze
erreicht ist, schneller zunehmen als seine Pferde. Mein Kapital jedoch
wird nicht schneller zunehmen, denn die Wirkung der verschiedenen
Zunahmeverhältnisse wird sein, den Wert der Kaninchen im Vergleich
zu den Pferden herabzudrücken und den Wert der Pferde im Vergleich
zu den Kaninchen zu erhöhen.
Obgleich die verschiedene Stärke der vitalen Kräfte der Natur
ausgeglichen wird, so kann doch auf den verschiedenen Stufen der
sozialen Entwicklung ein Unterschied in der verhältnismäßigen Aus