Kap. VI.
Der Lohn und das Lohngesetz.
Um jetzt den Schluß zu ziehen, so lautet das Gesetz des Zinses
folgendermaßen:
Das Verhältnis zwischen Lohn und Zins wird
bestimmt durch die durchschnittliche Zunahmefähig
keit, welche dem Kapital in seiner Verwendung
zu reproduktiven Zwecken eigen ist. Sobald Rente
entsteht, wird der Zins sinken, je nachdem der
Lohn sinkt, d. h. er wird durch die Grenze des
Anbaus bestimmt werden.
Ich habe mich in dieser Ausführlichkeit bemüht, das Gesetz des
Zinses klar zu stellen und zu erläutern, mehr der bestehenden Ter
minologie und Gedankenrichtung wegen, als weil es unsere Untersuchung
selbst erforderte, wenn sie nicht durch dichte Nebel von Trugschlüssen
umdüstert wäre. Zn Wahrheit teilten sich die Güter bei der Verteilung
ursprünglich nur in zwei, nicht in drei Teile. Das Kapital ist nur eine
Form der Arbeit, und seine Unterscheidung von der Arbeit ist in Wirk
lichkeit nur eine Abteilung, genau wie die Einteilung der Arbeit in
qualifizierte und unqualifizierte Arbeit, wir haben in unserer Unter
suchung denselben jdunkt erreicht, zu dem wir gelangt sein würden,
wenn wir das Kapital einfach als eine Form der Arbeit behandelt und
das Gesetz gesucht hätten, welches den Ertrag zwischen der Rente und
dem Lohn teilt, d. h.' zwischen den Besitzern der beiden Faktoren, der
uatürlichen Stoffe und Kräfte einerseits und der menschlichen Betätigung
andererseits, welche beide Faktoren durch ihre Vereinigung alle Güter
hervorbringen.1
Kapitel VI.
Der Lohn und das Lohngesetz.
Wir haben durch Folgerung das Gesetz des Lohnes bereits erlangt.
M aber die Schlußfolge zu prüfen und den Gegenstand von allen Zwei-
eutigkeiten zu befreien, wollen wir das Gesetz von einem unabhängigen
usgangspunkte aus suchen.
. Es gibt natürlich nicht so etwas wie einen gemeinsamen Lohnsatz
^ dem Sinne, wie zeitlich und örtlich ein gemeinsamer Zinsfuß bestebt.
Ni^i°hn, welcher alle durch Arbeit erzielten Erträge einschließt, variiert
,§ je nach den verschiedenen Gaben der einzelnen, sondern auch
verwickelter die Einrichtungen der Gesellschaft werden, ganz bedeutend
nach , den Beschäftigungen. Nichtsdestoweniger besteht ein gewisser
^oureiner Zusammenhang unter allen Löhnen, so daß wir einen
di/^n^d verständlichen Gedanken ausdrücken, wenn wir sagen, daß
--ohne zu einer Zeit oder an einem Ort höher oder niedriger sind