Kap. I.
Das Bewegungsgesetz des Problems noch zu suchen.
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Erscheinung, daß, je mehr die Produktionskraft zunimmt, ein desto
größerer Teil des Produkts auf die Grundrente entfällt?
Die einzige, von Ricardo für die Steigerung der Rente angeführte
Ursache ist die Bevölkerungszunahme, die dadurch, daß sie mehr Nah
rungsmittel erfordert, die Ausdehnung des Anbaues auf geringeres
Land oder auf Punkte von geringerem Ertrag in denselben Ländereien
nötig mache; und in den Büchern anderer Schriftsteller ist der Übergang,
der Produktion von den besseren auf die geringeren Ländereien so aus
schließlich die Ursache der steigenden Grundrenten angeführt worden,
daß Larey (und nach ihm Professor Perry nebst anderen) sich einbildete,
die Ricardosche Rententheorie dadurch umgestoßen zu haben, daß er den
Gang des Ackerbaues von besserem auf schlechteren Boden leugnete*).
Obgleich es nun unzweifelhaft richtig ist, daß der Druck einer ver
mehrten Bevölkerung ein Zurückgreifen auf niedrigere Punkte der
Produktion erforderlich macht und dadurch die Grundrente steigern
wird und wirklich steigert, so glaube ich doch nicht, daß alle die aus diesem
Prinzip gewöhnlich abgeleiteten Folgerungen stichhaltig sind, noch daß
dasselbe die Steigerung der Grundrente pand in ftand mit dem mate
riellen Fortschritt völlig erklärt. Es gibt offenbar andere Ursachen,
die dazu beitragen, die Rente zu erhöhen, die aber ganz oder teilweise
durch die irrtümlichen Ansichten über die Funktionen des Kapitals und
den Ursprung des Lohns verborgen bleiben. Um zu sehen, welche Ur
sachen dies sind und wie sie wirken, wollen wir den Wirkungen des
Materiellen Fortschritts auf die Güterverteilung nachforschen.
Die Veränderungen, welche den materiellen Fortschritt ausmachen
oder zu demselben beitragen, sind dreifach: *. Zunahme der Bevölke
rung, 2. Fortschritte in den Gewerben und im Pandel und 3. Fortschritte
der Wissenschaft, des Unterrichts, der politischen Verfassung, der Ver
waltung, der Sitten und der Utoral, soweit wie sie die Fähigkeit zur
Güterproduktion vermehren. Der materielle Fortschritt im gewöhnlichen
Sinne besteht aus diesen drei Elementen oder Richtungen, in denen
allen die fortschreitenden Nationen seit geraumer Zeit vorgerückt sind,
wenn auch in verschiedenen Graden. Da die Fortschritte der Wissenschaft,
-Xn be'ua hierauf maq folqenbcs bemerkt werden: daß tatsächlich, wie es der
Gang ^Ackerbaues in den neuerest Staaten der Union und der Lharakter des unbebaut
bleibenden Landes in den älteren beweist, der Gang des Anbaues von dem besseren zu
dem schlechteren Boden vor sich geht; 2. daß, ob nun der Gang der Produkten von absolut
besserem zu absolut schlechterem Boden oder umgekehrt vor sich geht (und vieles deutet
daraus hin, daß besser und schlechter in dieser verbrndung nur relakve, von dem Stande
unseres Wissens abhängige Begriffe sind und daß künftige Fortschritte m teilen der Lrde,
die für höchst unfruchtbar gelten, kompensierende Eigenschaften entdecken können), der
selbe der Natur der Sache nach stets die Tendenz haben muß von Boden der unter den
bestehenden Verhältnissen für besser angesehen wird, zu solchem uberzugehen, der unter
den bestehenden Verhältnissen für schlechter gilt; Z. daß Ricardos Rentengesetz nicht von
der Richtunq des Ganges der Bodenkultur abhängt, sondern von dem Satze, datz, wenn
Toden gewisser «Dualität etwas ergibt, eine bessere (Dualität von Boden mehr ergibt.