Full text: Fortschritt und Armut

Ejenry Georges Leben und Schriften. 
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und da die Bewegung mit Fragen zusammenhing, die George zum 
Studium seines Lebens gemacht hatte, so kam er gerade zu rechter 
Zeit, um seine Ansichten an dem wirklichen Stande der Dinge zu prüfen. 
Lr war seit Jahren überzeugt, daß die Irländer bestimmt wären, eine 
bedeutende Rolle in der Welt zu spielen. Er hatte offen seine Meinung 
kundgegeben, daß mit der Bildung der Landliga eine Umwälzung 
begonnen habe. Dies ließ seine Ankunft vielen Irländern willkommen 
erscheinen. Er war bereits mit Michael Davitt und anderen irischen 
Führern bekannt, und suchte sie für seine Ansichten zu gewinnen. Lr 
teilte Davitts Überzeugung, daß die soziale Frage von größerer 
Wichtigkeit als die politische sei, wie denn überhaupt zwischen den beiden 
eine starke Übereinstimmung der Ansichten bestand. 
In den Sommermonaten des folgenden Jahres hielt George in 
Dublin und anderen irländischen Orten öffentliche Vorträge über die 
Landfrage und erwarb sich dadurch in Irland große Popularität, wurde 
aber auch zugleich den englischen Behörden verdächtig, die ihn mehr 
mals siftierten und seineBriefe anhielten. Und nicht allein den englischen 
Behörden, sondern auch den Parnelliten war er unbequem, da sich 
unter denselben nicht wenige Grundbesitzer befanden, die im Privat 
eigentum am Grund und Boden keineswegs ein Unrecht sahen. 
Auf Veranlassung des schon erwähnten englischen Landreform 
bundes besuchte George im Jahre f884 England von neuem, um durch 
öffentliche Vorträge für seine Ansichten zu wirken. Derselben Zeit 
verdankt auch das zweite Buch Georges: „Soziale Probleme", seine 
Entstehung. Die Vorträge handelten natürlich in erster Linie von der 
Landfrage. Lin anderes Thema betraf Moses und das mosaische Gesetz. 
Das letztere gilt ihm als ein Protest gegen die Selbstsucht und Pak- 
sucht der einzelnen, als ein Bollwerk gegen Unterdrückung, eine Schutz 
wehr der Menschenrechte, ein System der Vergeltung für unwissentlich 
oder mutwillig zugefügtes Unrecht. Der Zweck, den George bei der 
Wahl dieses Vortragsthemas im Auge hatte, ist klar genug. Er, der 
sich mit Nachdruck auf den Grund der zehn Gebote stellt, der seine 
Eigentumstheorie eben auf die zehn Gebote stützt, will den falschen 
Eigentumstheorien ihre geborgte Stütze entziehen. Ihm gilt das 
Eigentum allerdings als heilig, aber nur dasjenige Eigentum, das 
allein mit Recht Eigentum der einzelnen werden konnte; nicht das 
jenige, das erst zu Unrecht dem Volke genommen werden mußte, um 
eine neue und falsche Gattung des Eigentums darzustellen. Ob ihm 
auch die Nebenabsicht vorschwebte, einer Glaubensgenossenschaft ins 
Gewissen zu reden, die sich vorzugsweise als die Bekennerin der mo 
saischen Gesetzgebung betrachtet, mag dahingestellt bleiben. 
Die Vorträge Georges fanden in London und vielen anderen 
großen Städten Englands und Schottlands lebhaften Beifall und eine 
zahlreiche Zuhörerschaft. Zuweilen jedoch, namentlich in kleineren
	        
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