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Kap. I. Die Ungerechtigkeit des Privatgrundbesitzes.
die ganz Armen teilt. Es ist die unaufhörliche Steigerung der Grund
rente, der Preis, den die Arbeit für die Benutzung des Landes zu zahlen
gezwungen ist, was die vielen um die Güter bringt, die fie ehrlich ver
dienen, um dieselben in den fänden der wenigen, die nichts für deren
Gewinnung tun, aufzuhäufen.
warum fällten die, welche unter dieser Ungerechtigkeit leiden,
zögern, ihre Aufhebung zu verlangen? wer sind die Grundeigen
tümer, daß ihnen so gestattet sein sollte, zu ernten, wo sie nicht gesäet
haben?
Man erwäge einen Augenblick die völlige Absurdität der Besitz
titel, kraft welcher wir das Recht auf ausschließlichen Besitz der Erde
ernsthaft von bsinz auf Kunz übergehen lassen und ihm die absolute
Herrschaft über alle anderen verleihen. In Kalifornien gehen die Grund
besitzrechte zurück auf die Regierung Mexikos, auf die sie von dem
spanischen Könige übergingen, der sie vom Papste übernahm, als dieser
mit einem Federstriche noch erst zu entdeckende Länder unter die Spanier
und Portugiesen verteilte — oder sie beruhen, wenn man will, auf
dem Rechte der Eroberung. In den östlichen Staaten gehen sie zurück
auf Verträge mit den Indianern und Verleihungen der englischen
Könige; in Louisiana auf die Regierung von Frankreich; in Florida
auf die Regierung von Spanien, während sie in England auf die nor
mannischen Eroberer zurückgehen. Allenthalben nicht auf ein Recht,
welches verpflichtet, sondern aus eine Gewalt, welche zwingt. Und
wenn ein Rechtstitel nur auf Gewalt beruht, so kann man nicht darüber
klagen, falls die Gewalt ihn für nichtig erklärt. Sobald das Volk die
Macht dazu hat und die Aufhebung dieser Titel beschließt, kann im
Namen der Gerechtigkeit kein Einwand dagegen erhoben werden. Es
hat Menschen gegeben, welche die Macht hatten, sich Teile der Erd
oberfläche anzueignen oder anderen den ausschließlichen Besitz daran
zu verleihen, aber wann und wo existierte der Mensch, der das Recht
dazu hatte?
Das Recht auf den ausschließlichen Besitz eines menschlichen Pro
dukts ist klar. Einerlei, durch wie viele Hände dasselbe gegangen, am
Anfang der Reihe war menschliche Arbeit da — jemand, der es durch
feine Anstrengungen beschafft oder hervorgebracht und der ganzen übrigen
Menschheit gegenüber einen klaren Besitztitel darauf hatte, welcher
sehr wohl durch Kauf oder Schenkung an einen anderen übergehen
konnte. Aber am Ende welcher Reihenfolge von Übertragungen oder
Schenkungen kann ein gleicher Titel aus irgendeinen Teil des materiellen
Weltalls bewiesen oder angenommen werden? Auf Meliorationen
kann ein solcher Titel nachgewiesen werden, aber es ist nur ein Titel
auf Meliorationen und nicht auf das Land selbst. Wenn ich einen Wald
abholze, einen Sumpf austrockne oder einen Morast ausfülle, so ist
alles, was ich gerechterweise beanspruchen kann, der durch diese An
strengungen verliehene wert. Dieselben geben mir kein Recht auf das