zusammen. Taschenuhren, Gaskocher, Oberhemden, Modeschuhe,
illustrierte Zeitschriften, Fleisch-, Gemüse- und Früchtekonserven
sind in etlichen der gebräuchlichsten Typen übers ganze Land ver-
breitet und werden zuweilen von einer einzigen Firma millionenfach
hergestellt. Henry Ford allein liefert in wenigen Typen über die
Hälfte der in einem Jahr in ganz Amerika gekauften Automobile.
Ein anderer Unternehmer verstand es, durch Behendigkeit und ge-
schickte Reklame (die ihm pro Jahr eine Million Dollar kostete)
sich zum Hauptlieferanten seines Volkes für den allerorten und zu
jeder Tageszeit gekauten Zuckergummi zu machen. Er thront heute
zu Chicago als einer der reichsten Bürger der Stadt, und so gründet
sich die Macht vieler Geldkönige auf solchen Massenabsatz.
3. Die Einwanderung.
Für die soziale Betrachtung bedeutungsvoller als die soeben kurz
aufgezeigte Bewegung und Beweglichkeit in den Schichten des
Mandels und der Unternehmungen sind die Flüssigkeit und die Be-
wegung in jener Masse, die wir als „die Arbeiterklasse“ bezeichnen.
Es sei hier nämlich vorweg erwähnt, dass es in den Vereinigten
Staaten ernst zu nehmende und durchaus nicht eben „reaktionäre“
Soziologen und Volkswirtschafter gibt, die bestreiten, dass die
Arbeiterschaft der Vereinigten Staaten eine Klasse im europäischen
Sinne darstelle: eine Vielheit von Menschen annähernd gleicher
Lebenslage und Lebensgewohnheit, für die ausserdem in ihrer Ge-
samtheit ihr Schicksal als unterste und ärmste Schicht des Volks-
ganzen ein unentrinnbares sei, und die gar in dieser Erkenntnis
einen gemeinsamen Geist und Willen entwickele. Vielleicht lassen
die nachfolgenden Betrachtungen uns erkennen, inwieweit diese
Auffassung richtig oder unrichtig ist; auf die akademische Beant-
wortung einer akademischen Frage kommt es indessen hier nicht an.
Dass der allgemeine Aufschwung des Landes und die immer
steigende Produktion auch der Arbeiterschaft zugute kommen, was
sich in den im Vergleich zu irgendeinem Lande Europas hohen
Löhnen ausdrückt, ist offensichtlich und unbestritten. Begünstigend
wirken hierbei die Dünne der Bevölkerung und der Mangel an Ar-
beitshänden, der in keinem Lande mit so starker wirtschaftlicher
und industrieller Rührigkeit so gross ist wie in den Vereinigten
Staaten.
Nun wird die werktätige Bevölkerungsmasse aber ständig von
unten her nachgefüllt durch das Zuflussrohr des New Yorker Hafens,
durch das sich die europäische Finwandererschaft ins Land ergiesst.
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