Full text : Fortschritt und Armut

«ap.  IV.

Zustimmungen  und  Einwendungen.

zu  versuchen,  alles,  was  das  Menschengeschlecht  getan,  von  dem,  was
ursprünglich  die  Natur  gegeben,  zu  trennen,  würde  eben  so  absurd  wie
unausführbar  sein.  Ein  von  den  Römern  entwässerter  Sumpf  oder
terrassierter  ksügel  bildet  heutzutage  gerade  so  sehr  einen  Teil  der  natürlichen ­
  Vorteile  der  britischen  Inseln,  als  ob  die  Arbeit  durch  ein  Erdbeben
oder  durch  Gletscher  getan  wäre.  Der  Umstand,  daß  nach  einem  gewissen
Zeitverlauf  der  Wert  solcher  bleibenden  Verbesserungen  als  mit  dem
des  Bodens  verschmolzen  angesehen  und  dementsprechend  besteuert
werden  würde,  könnte  keine  abschreckende  Wirkung  auf  solche  Verbesserungen ­
  ausüben,  denn  derartige  Arbeiten  werden  auch  von  Pächtern
häufig  unternommen.  Tatsache  ist,  daß  jede  Generation  für  sich  baut
und  verbessert,  und  nicht  für  die  ferne  Zukunft.  Und  eine  weitere  Tatsache ­
  ist,  daß  jede  Generation  nicht  nur  die  natürlichen  Kräfte  der  Erde,,
sondern  auch  alles  das  erbt,  was  von  der  Arbeit  vergangener  Generationen ­
  übrig  ist.
Indessen  kann  ein  Einwand  anderer  Art  erhoben  werden.  Man
könnte  sagen,  es  sei,  wo  die  politischen  Befugnisse  verteilt  sind,  sehr
wünschenswert,  daß  die  Besteuerung  nicht  auf  eine  Klasse,  wie  die  Grundbesitzer ­
  falle,  sondern  auf  alle,  damit  alle,  die  politische  Befugnisse
ausüben,  auch  ein  gehöriges  Interesse  an  sparsamer  Staatsverwaltung,
empfinden.  Besteuerung  und  Vertretung,  wird  man  sagen,  können
nicht  voneinander  geschieden  werden.
Aber  so  wünschenswert  es  auch  sein  mag,  mit  politischen  Rechten
das  Bewußtsein  öffentlicher  Pflichten  zu  verbinden,  das  jetzige  System
erzielt  dies  sicherlich  nicht.  Indirekte  Steuern  werden  in  großem  Umfang ­
  von  denen  erhoben,  die  bewußterweise  wenig  oder  nichts  zahlen.
In  den  Vereinigten  Staaten  nimmt  die  Klasse  mit  großer  Schnelligkeit
Zu,  die  nicht  nur  kein  Interesse  an  der  Besteuerung  hat,  sondern  sich  auch
nicht  um  eine  gute  Regierung  kümmert.  In  unseren  großen  Städten
werden  die  Wahlen  großenteils  nicht  durch  Erwägungen  des  öffentlichen
Interesses,  sondern  durch  solche  Einflüsse  bestimmt,  wie  sie  die  Wahlen
in  Rom  leiteten,  als  die  Klassen  aufgehört  hatten,  sich  um  irgend  etwas
Zu  kümmern  außer  um  Brot  und  den  Zirkus.
Die  Ersetzung  der  jetzt  erhobenen  vielfachen  Steuern  durch  eine
einzige  auf  den  Wert  des  Grund  und  Bodens  würde  kaum  die  Zahl
der  bewußten  Steuerzahler  vermindern,  denn  die  Teilung  des  jetzt  auf
Spekulation  in  Besitz  gehaltenen  Landes  würde  die  Zahl  der  Grundbesitzer ­
  bedeutend  vergrößern.  Aber  sie  würde  die  Verteilung  der  Güter
dermaßen  ausgleichen,  um  selbst  den  Ärmsten  über  jenen  Zustand
niedrigster  Armut  zu  erheben,  in  welchem  öffentliche  Rücksichten  kein
Gewicht  mehr  haben;  während  sie  gleichzeitig  jene  übermäßigen  vermögen ­
  beschneiden  würde,  die  ihre  Besitzer  über  das  Interesse  an  der
Legierung  erheben.  Die  politisch  gefährlichen  Klassen  sind  die  sehr
Reichen  und  die  ganz  Armen.  Nicht  das  Bewußtsein,  Steuern  zu  zahlen,
verleiht  jemandem  Interesse  an  seinem  Lande  und  an  dessen  Regierung,
            
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