Kap. IV.
Einfluß auf die soziale Vrganisation.
entweder durch die peitsche des Herrn oder durch tierische Notwendig
keiten an ihr Tagewerk getrieben werden. Es ist die Arbeit von Menschen,
die sie uin ihrer selbst willen vollbringen, nicht aber, um mehr zum
Essen oder Trinken zu haben, bessere Kleider zu tragen oder mehr Luxus
zu entfalten. In einem Gesellschaftszustande, wo der Mangel be
seitigt wäre, würde die Arbeit dieser Art ungemein vermehrt werden.
Ich bin geneigt anzunehmen, daß das Resultat der von mir vor
geschlagenen Konfiskation der Rente dahin gehen würde, die Arbeit
überall, wo große Kapitalien gebraucht werden, zu produktivassozia-
tionen zu organisieren, weil die gleichmäßigere Güterverteilung den
Kapitalisten und den Arbeiter in derselben Person vereinigen würde.
Bb dies indes so wäre oder nicht, ist von geringer Bedeutung. Jeden
falls würde die harte Mühsal der bloßen Routinearbeit verschwinden
Der Lohn würde zu hoch und die Gelegenheiten zu zahlreich sein, um
irgend jemand zu nötigen, die höheren Eigenschaften seiner Natur zu
hemmen und umkommen zu lassen, und in jedem Berufe würde das
Gehirn die Hand unterstützen. Die Arbeit, selbst der roheren Art, würde
fröhlicher werden, und die Tendenz der modernen Produktion zur Arbeits
teilung würde keine Eintönigkeit und kein Einschrumpfen der Fähigkeiten
des Arbeiters involvieren, sondern die Arbeit würde durch kurze Dauer,
durch Änderung und Abwechselung geistiger mit körperlicher Arbeit
erleichtert werden. Die Folge wäre nicht nur das Nutzbarwerden jetzt
verlorengehender produktiver Kräfte; nicht nur würde unsere dermalige,
jetzt so unvollkommen angewendete Kenntnis voll ausgenutzt werden,
sondern es würden auch aus der Beweglichkeit der Arbeit und der hervor
gerufenen geistigen Tätigkeit Fortschritte in den Produktionsmethoden
entstehen, von denen wir uns heute keine Vorstellung machen können.
Denn der größte aller der unermeßlichen Verluste, welche die gegen
wärtige Einrichtung der Gesellschaft involviert, ist der der geistigen
^raft. wie unendlich klein sind die bei dem Fortschritt der Zivilisation
witwirkendenKräfte im vergleich zu den latent vorhandenen, wie wenige
Denker, Entdecker, Erfinder, Organisatoren gibt es im vergleich zur
großen Menge des Volkes! Dennoch werden solche Männer in Hülle
und Fülle geboren, aber die Verhältnisse gestatten nur so wenigen, sich
Zu entwickeln. Ls gibt unter den Menschen unendliche Verschiedenheiten
der Begabung und'veranlagung, wie es im physischen Bau so unendliche
Verschiedenheit gibt, daß sich unter einer Million nicht zwei finden, die
uicht voneinander zu unterscheiden wären. Ich bin durch Beobachtung
und Nachdenken zu der Ansicht gelangt, daß der Unterschied der natürlichen
^aben nicht größer ist als der der äußeren Gestalt oder der körperlichen
^raft. wäre Läsar aus einer Proletarierfamilie hervorgegangen, Napo-
leon einige Jahre früher auf die Welt gekommen, Kolumbus für die
Kirche bestimmt worden anstatt für das Meer, Shakespeare bei einem
Hausierer oder Schornsteinfeger in die Lehre gekommen, Sir Isaac
Newton durch das Schicksal zur Erziehung und Arbeit eines Ackerknechts