Arbeitslohn und Kapital.
Buch I.
ein Brutplatz von Seevögeln, und eine Aktiengesellschaft, die diese
Inseln beansprucht, beschäftigt in der passenden Jahreszeit Leute, unr
die Eier sammeln zu lassen. Sie könnte diese Leute wie beim Walfisch-
fang auf Beteiligung annehmen und würde dies auch wahrscheinlich
tun, falls das Geschäft ein sehr unsicheres wäre; da die Vögel indes
in großer Menge vorhanden und zahm sind, und so viel Eier gesammelt
werden können, als Arbeit dazu aufgewendet wird, so findet sie es vorteil
hafter, ihren Leuten feste Löhne zu zahlen. Dieselben gehen hinaus
und bleiben auf den Inseln, um die Eier zu sammeln und nach einem
Landungsplatz zu bringen, von wo sie in Zwischenräumen von einigen
Tagen durch ein kleines Schiff nach San Franzisko geschafft und da
selbst verkauft werden. Sobald die Saison zu Ende ist, kehren die Leute
zurück und erhalten ihre festgesetzten Löhne in bar ausgezahlt. Läuft
diese Transaktion nicht auf dasselbe hinaus, als wenn die ausgemachten
Löhne anstatt in Geld in einem Äquivalent der gesammelten Eier
gezahlt würden? Stellt das Geld nicht die Eier dar, durch deren Verkauf
es erlangt worden ist, und sind diese Löhne nicht gerade so gut das Produkt
der Arbeit, für welche sie gezahlt wurden, als die Eier es im Besitz eines
Mannes sein würden, der sie ohne Vermittelung eines Arbeitgebers für
sich selbst gesammelt hätte?
Pier ein anderes Beispiel, welches umgekehrt die Gleichartigkeit
des Geldlohnes mit dem Lohn in natura zeigt. In 5an Buenaventura
lebt ein Mann, der ein ausgezeichnetes Einkommen dadurch erzielt,
daß er den gewöhnlichen Seehund, welcher die den Santa Barbara-
Kanal bildenden Inseln besucht, seines Gles und Felles wegen schießt.
Geht er auf diese Seehundexpeditionen, so nimmt er zwei oder drei
Lhinesen zur pilfe mit, die er zuerst ganz in Geld bezahlte. Es scheint
aber, daß die Lhinesen einige der Teile des Seehunds, die sie trocknen
und zu Arznei pulverisieren, hochschätzen und auch auf die langen Bart
haare des männlichen Seehundes, die über eine gewisse Länge hinaus
einem, anderen Leuten unklaren Zwecke dienen, großen wert legen.
So fand denn dieser Mann bald heraus, daß die Lhinesen sehr bereit
waren, diese Teile der getöteten Seehunde anstatt Geldes zu nehmen,
so daß er ihnen jetzt ihre Löhne zum größten Teil in dieser Art zahlt.
Nun, ist nicht die in allen diesen Fällen zu beobachtende Gleich
heit des Geldlohns und des Lohns in natura auch in allen Fällen vor
handen, in welchen Lohn für produktive Arbeit gezahlt wird? Ist nicht
der durch die Arbeit geschaffene Fonds in Wahrheit der Fonds, aus
welchem die Löhne gezahlt werden?
Man sagt vielleicht: „Der Unterschied ist der: wo ein Mann für
sich selbst arbeitet oder wo, falls er für einen Arbeitgeber arbeitet, er
seinen Lohn in natura erhält, hängt derselbe von dem Ergebnisse seiner
Arbeit ab. Sollte dieselbe aus irgendeinem unglücklichen Zufall ertrag
los ausfallen, so erhält er nichts. Arbeitet er dagegen für einen Arbeit
geber, so bekommt er seinen Lohn jedenfalls — derselbe hängt von der