Full text : Bergwirtschaftliche Arbeitsgemeinschaft

triebe. Zugrunde liegt dem Freihandel die vernünftige Arbeitsteilung
 innerhalb friedlicher Weltwirtschaft, entgegen steht ihm
die Furcht vor dem Mangel im Falle kriegerischer Absperrung,
also ein Mißtrauen gegenüber dem Frieden,
Dieselbe Polarität liegt in dem Gegensatz Militarismus und
Pazifismus, in dem „für alle Fälle gerüstet sein wollen“, auch
unter größten Opfern, und dem vertrauensseligen oder vertrauensvollen
 „Glauben“ an eine bessere, d. h. friedliche Zukunft.


Die neue Gesellschaft statisch oder dynamisch

Wir ahnen alle, bewußt oder unbewußt, eine neue Gesellschaft
 unter neuen wirtschaftlichen Lebensformen, ohne ihre
Struktur schon heute genauer beschreiben zu können. Nur eins
steht vielleicht allgemein fest: scheint uns die alte Gesellschaft —
der alte Staat und die alte Wirtschaft — vornehmlich statisch
konstruiert — in fester, bleibender Form, abgegrenzt und behauptet
 nach außen, fest und bleibend geschichtet im Innern,
gottgewollt und deshalb geduldig ertragen —, so erscheint die
neue Gesellschaft vornehmlich vom dynamischen Prinzip beherrscht
 zu werden: d.h. dauernd bewegt zu sein, zu fließen,
ewig sich zu verändern. Wozu und wohin, wissen wir natürlich
nicht, können wir nicht wissen; aber mit der Erkennung und
der gewollten oder erzwungenen Anerkennung des dynamischen
Prinzips gewinnen wir doch einen anderen, versöhnlicheren und
vor allem praktisch und politisch fruchtbareren Standpunkt.
Wenn alles fließen soll, hat es keinen Sinn und Zweck, statisch
und für die Ewigkeit zu konstruieren und die Beharrung als

IL
            
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