Full text : Wirtschaft als Leben

,Die  Herrschaft  des  Wortes“,

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Gliedern.  Gehören  zum  Beispiel  nicht  „Pferd“  und  „Pferd“  ganz  anders
zusammen,  als  etwa  „Tausch“  und  „Tausch“!  Denn  wo  das  Denken
schöpferisch  für  die  Wirklichkeit  erscheint  (wie  überall  beim  Handeln),
da  hinkt  das  Besondere  gerade  im  Wesen  dem  Allgemeinen  nach:
das  einzelne  Glied  der  Gattung  ist  Glied  der  Gattung  eben  dadurch,
daß  es  aus  dem  Denken  der  Art  vollzogen  wurde.  Und  so  gibt  es
auch  Arten,  deren  Glieder  zwar  nicht  aus  dem  Denken  der  Art  vollzogen ­
  werden,  die  aber  unser  Denken  auch  wieder  nicht  nach  einem
widerruflich  vorgefaßten  Schema  zusammensucht:  weil  es  sich  gleichsam
selber  fängt  an  ihnen,  kraft  der  besonderen  Artung  ihrer  Merkmale.
Und  dies  ohne  voran  gestelltes  Schema,  selbst  ohne  die  Absicht  einer
Verallgemeinerung.  Für  den  Teil  solcher  Artgemeinschaften  liefert
sich  das  erkennende  Denken  nur  einem  Erlebnis  leidend  aus.
Dafür  nun  hier  das  Beispiel.  Denn  eben  in  dieser  Weise  bringt
sich  die  Artgemeinschaft  der  Eingeborenen  Fachausdrücke  aus  eigener
Kraft  zur  Geltung,  und  so  drängen  hier  tatsächlich  die  Worte  selber
zur  Aufzählung.  Wie  unser  Denken  schon  dem  Gebrauch  dieser
Worte  machtlos  ausgeliefert  ist,  so  legt  sich  ihm,  und  aus  den  nämlichen ­
  duldenden  Erlebnissen  heraus,  auch  ihre  Aufzählung  nahe.  Also
nicht  einmal  den  bloßen  Worten  gegenüber,  mit  Rücksicht  auf  ihr
Gebaren,  kann  hier  von  einem  „Verallgemeinern“  die  Rede  sein,  im
Sinne  eines  tätigen  Eingriffs  unseres  Denkens.  Geschweige,  daß  der
Aufzählung  ein  „Verallgemeinern“  von  etwas  unterläge,  das  in  was
immer  für  einem  Verhältnis  zu  bloßen  Worten  stehen  mag,  aber  von
den  letzteren  doch  zu  sondern  sein  muß,  indem  man  es  „Begriffe“
nennt.  In  diesem  grundwesentlichen  Sinne  verbietet  sich  die  Ansicht,
daß  jene  Aufzählung  durch  ein  Erkennen  der  „Grundbegriffe“  zustande
käme.  Vor  Eindrücken,  die  ihm  förmlich  in  die  Augen  springen,
kann  unser  Denken  unmöglich  die  Augen  schließen,  um  dann  erst
aus  eigener  Macht  zu  erkennen,  was  ihm  gleichsam  wider  Willen  schon
das  Treiben  der  bloßen  Worte  zubringen  mußte.
Nun  bleibt  die  Sinnesmeinung  zu  erwägen,  in  der  jene  Aufzählung ­
  vollzogen  wird.  Es  ist  ja  im  voraus  klar,  der  Hinzutritt  der
Bezeichnung  „Grundbegriffe“  will  nur  irgendwie  besagen,  daß  sich
unser  Denken  eine  eigene  Leistung  vortäuscht,  dort,  wo  es  dem
Zwange  aus  einem  bloßen  Verhältnis  der  bloßen  Worte  heraus  nachgibt. ­
  Es  hätte  da  überhaupt  nur  Ja  und  Amen  zu  sagen,  nimmt  aber
die  aufdringlichen  Worte  nicht  als  Worte  entgegen,  sondern  spricht
sie  selbstgefällig  als  „Grundbegriffe“  anl  Diesem  frommen  Selbstbetrug ­
  leistet  übrigens  der  Sprachgebrauch  Vorschub,  und  für  diesen
letzten  Punkt  müßte  ich  auf  jeden  Fall  noch  Einiges  hinzufügen.  Das
            
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