Über die „Grundbegriffe“ VIII.
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andrerseits aber der Eindruck aus dem Treiben der bloßen Worte. Und
in diesem Sinne bleibt die herkömmliche Bezeichnung „Grundbegriffe ,
bei allen Versuchen, sie vom Standpunkte persönlicher Anschauungen
aus zu vertiefen, doch nur eine lose Wortklammer um Wortei
Um Worte herum, von denen zwar völlig in der Schwebe bleiben muß,
ob es bloße Worte sind, während es ebenso fest steht, daß sie rein nur
in ihrer Eigenschaft als Worte von jener Bezeichnung umklammert
werden. Und deshalb ist diese Bezeichnung selber nur ein tönendes
Wort, wenn man den Tatbestand ihrer nationalökonomischen Ver
wendung an ihrem eigenen Wortlaut mißt; der eben an einen inneren
Gehalt glauben macht, von dem diese nationalökonomische Bezeichnung
im Wesen frei ist, und daher im Grundsätze auch fiei bleibt, selbst
wenn ihr nachträglich etwas eingetrichtert wird.
Dieser Schützling des Herkommens ist also nichts weniger als
e rnst zu nehmen. Es kann aber unmöglich gleichgültig
sein, in welchem Geiste eine Wissenschaft von ihren
«Grundbegriffen“ spricht. In der Tat steht hier mehr auf dem
Spiele, als der Ernst einer vereinzelten Bezeichnung. Der kritische Ab
spruch über die letztere ist nur das greifbarste Ergebnis der Unter
suchungen bisher. Ihr eigentlicher Erfolg liegt darüber hinaus: In einer
Richtung, in die sich die Kritik durch ihren eigenen Hergang gedrängt
s ah. Durch ihre Wendung gegen die nationalökonomische Bezeichnung
«Grundbegriffe“ kam sie dazu, den Tatbestand der „Eingeborenen Fach
ausdrücke“ zu erfassen; seither war der Zusammenhang zwischen dem
Einen und dem Anderen in Frage. Auch hier nun ein kurzer Über
schlag, der nur Ergebnisse liefert, die seit langem zum Greifen nahe
liegen. Von da aus kommt die Kritik ungezwungen in die Lage, ihr
W erk an den Aufgaben zu messen, die ihr neu erstehen.
Vom Boden der Kritik aus stellt die Bezeichnung „Grundbegriffe
einen Versuch dar, das Dasein der Eingeborenen Fachausdrücke zu er
klären. Der Wortlaut dieser Bezeichnung steht dafür ein. Von „Be
griffen“ reden, wie immer man es meint, heißt auf das Verhältnis der
aufzählenden Worte zu unserem Denken anspielen; und auf das Ver
hältnis zum fachlichen Denken, sobald man von „Grundbegriffen“ redet,
die eben als nationalökonomische gemeint sind. So scheint also der
Geist dieser Bezeichnung bis in den innersten Kern des Sachverhaltes
einzudringen, dem die Eingeborenen Fachausdrücke nur die Schale
bedeuten.
Die Kritik kann es diesem Erklärungsversuch aber haarklein nach-
rechnen, wie er zustande kommt. Von „Begriffen“ wird nur in der Hin
gabe an eine blinde Sprachsitte gesprochen. Von „Grundbegriffen“ nur