Full text: Wirtschaft als Leben

Haushalten und Unternehmen, IV. 
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Worte, der Retter aus tausend Nöten unseres Denkens, der Liebling 
aller tönenden Rede. Für einen Augenblick aber sei er beiseite ge 
schoben. Besinnen wir uns doch friedlich und in nüchterner Ruhe, 
als ob es keinen Wertrausch gäbe, aut ein Verhalten, das uns allen so 
überaus nahe liegt, die wir Handelnde sind; eben nur zu nahel 
Zwei Streben, A und B, harren der Erfüllung. Entweder A allein, 
oder nur B allein ist erfüllbar; das sei unsere kürzende Annahme. 
Was tun wir? Wir stöbern allemal nach jenem dritten, mehr in’s 
Weite gedehnten Streben C, etwa als „Fernzweck -1 erfaßbar, dem A und 
B gemeinsam dienen; gleichgültig, ob dies nun unmittelbar oder irgend 
wie vermittelt der Fall sei. Der Schwung, der mit diesem Streben 
C wach ist, reißt uns ganz von selber zur Erfüllung von A, sofern mit 
diesem dem C besser gedient ist; oder zur Erfüllung von B, wenn 
eher noch letzteres jenem C frommt. Natürlich kann die Entscheidung 
auch in der Mitte liegen, und ergibt sich auch da als der Sachverhalt, 
bei dem jenes C am besten fährt. Alle Einzelheiten ändern an diesem 
Grundbilde nichts Wesentliches mehr. Der Vorgang verwickelt sich nur 
im Sinne der engeren Wiederholung seiner selbst. So vollzieht sich also 
d ie Entscheidung über den Vorzug in der Erfüllung in zwei einfachen 
Schritten: Man erkundet jenes höhere Streben, von dem her die feind 
lichen Streben gabeln; dann genügt der Vorblick nach dem Erfolge dortl 
Die Wenn und Aber dürfen hier sämtlich in der Schwebe bleiben. 
Diese flüchtige Zeichnung am Rande soll ja nur erläutern, wie es über 
haupt zu verstehen sei, daß sich an jede unserer Formeln noch das 
Schema eines bestimmten Gebarens heftet. Alle diese Ge 
baren liegen für uns Handelnde auf der flachen Hand. Die Kenntnis, 
uns je nach Umständen so zu gebärden, sie gehört eben auch zur 
Alltagskenntnis; innerhalb dieser bildet sie im engeren unseren Mutter 
witz- Auch der lebt als ein gestaltloses Wissen in uns. Und so 
würde es auch ihm gegenüber gelten, ungreitbare Anschauungen die 
nur über dem Schall einzelner Worte anklingen, z. B. also „Wert , 
durch klare Gedanken zu ersetzen. So ließe sich eine Theorie un 
sres Mutterwitzes gestalten, nicht minder im Wege einer läutern 
den Einkehr unseres Denkens, auf der Spur von P r o b 1 e m e n. Solche 
Theorie ergäbe zunächst die Grundlage aller Kunstlehre vom 
Handeln. Mit der letzteren hat nun die Erkenntnis des Alltäglichen 
auch nicht das geringste zu schaffen; sie will den Alltag erkennen, 
mcht ihn bemuttern. Aber bedeutsam für die Nationalökonomie wäre 
jene Theorie des Mutterwitzes selber. 
Freilich ist der Blick dieser Theorie abgewendet von der Welt 
des Handelns, die sich dem wissenschaftlichen, rückschauenden Denken
	        
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