Haushalten und Unternehmen, XVII.
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sei. Diese Frage könnte man nur im Wege von Erwägungen wirklich be
antworten, für die uns eigentlich noch Alles fehlt. Vorläufig hat sie ihre
bescheiden „regulative“ Bedeutung, und ist die ganze Neugier recht platonisch.
Der Weg zum Ausblick nach dem Ungekannten führt sicher nur über die
Erkenntnis des Bekannten, also des Alltages der verklungenen und klingenden
Zeiten. Das Buch der Zukunft unseres Handelns kann leicht in einer un
bekannten Sprache geschrieben sein; aber selbst dies erführen wir erst,
sobald wir die elementarste Voraussetzung im Trocknen hätten: das Abc!
Noch ein Blick auf das persönliche Gebaren, das unter den
Hergängen des Gesellens, Haushaltens und Unternehmens rege ist Da
läßt sich nicht viel mehr erbringen, als ein Hinweis au
schillernde Fülle dieses Gebarens. Man kann ja im a g
von einer Kunstlehre des Handelns reden; aber hinter'diesen
Formeln lebt und webt genügend viel, um eine ganze ei
Kunstlehren für sich zu begründen. Sie liegen auch zahl eich
vor; nur daß ihnen Einheit und Abrundung fehlt. Es steh z. ■
der einzigen Formel Gesellen so gut wie alle Foliti • le
Unternehmen wieder hält sich mittelbar die ganze Techno og
im hergebracht engeren Sinne - zu ihren Diensten, geradeaus aber
„Betriebslehren“ aller Spielarten. Nach der Kunstlehre die
im engeren der Formel Haushalten antwortet, darf man nicht dorthin
aussehen, wo das ihr entsprechende Gebaren die erste Geige spielt.
Es war vielmehr der Sorge für die „Unternehmung“ Vorbehalten, diese
Kunstlehre auszubauen; sie gipfelt am deutlichsten in der „doppelten
Buchführung“, obwohl da zugleich der Formel Unternehmen geachtet
wird. Die „Haushaltung“ selbst jedoch erinnert an den Satz vom
Schuhmacher, der die schlechtesten Schuhe trägt. Im Rahmen
Haushaltung i st der Ausgleich unter den Dauerstreben auch sehr er
leichtert. Da steht überall die alte Gouvernante, die Sitte hinter uns
Es bleibt da mehr nur ins Feine zu arbeiten, was im Sinne
„Lebenshaltung“ im Rohen feststeht. Kraft des nämlichen Sach
verhaltes, durch den zur anderen Hand die „Unternehmung ermöglicht
lst > spielt sich jener Ausgleich, praktisch besehen, als eine Aufteilung
ab - Vom Erwerben, oder ausgesprochen vom Tochtergebilde der
"Unternehmung“ her, füllt sich gleichsam das Reservoir, von dem aus
Hie Dauerstreben mehr oder minder stetig gespeist werden. Hier
f hen dann auch die Geschlechter ihren eigenen Weg. Der Mann
^ hrt im Sinne des „Berufes“ oder „Geschäftes“ den Kampf um den
Erwerb. Die Frau aber bringt die Formel Haushalten zu Ehren. Ihr
lst das „Schlüsselrecht“ zugebilligt; um sie drängen sich ja die hungrigen
Mäulchen, bei denen alle Aufteilung beginnt.