Full text: Wirtschaft als Leben

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,Die Herrschaft des Wortes", 
greifen; daher auch der bloß gedachte „Kausalzusammenhang der 
Natur“ gar nicht heranreicht an das Eine Gewebe der Erlebnisse! In 
bezug auf die Natur bedeutet also die einzelne „Tatsache“ überhaupt 
nur soweit etwas, als sie das Glied einer Reihe vorstellt, längs der 
sich eine Verallgemeinerung vollziehen kann. Die einzelne Tatsache, 
die hier nie ein „Ereignis“ in einer Aussage festnagelt, ist also nie 
im engeren, wärmeren Sinne ein „Faktum“. Sobald jene mögliche 
Verallgemeinerung einmal wirklich vollzogen ist, haben sämtliche „Tat 
sachen“, die ihr unterliegen, sich gleichsam überlebt; sie bedeuten nun 
so etwas wie bloßen Abfall der Forschung, auf den die letztere nur 
unter Umständen zurückgreift. Sogar jede Überprüfung bedient sich 
in aller Regel anderer „Tatsachen“, die wir nur unter Bezug auf 
andere und gesicherte Verallgemeinerungen als die „gleichen“ ansehen. 
Beispiele wären hier besonders aus der Methodologie des „Experi 
mentes“ zu erholen; das gründet sich ja im Wesen auf jene „Wieder 
holung“, und hat mit dem sogenannten „Experimentieren“ in lebendigen 
Zusammenhängen des Handelns ungefähr so viel gemein, wie das 
„Tänzeln“ der Wellen mit einem getanzten Walzer. 
Auch hier kann ich nicht dem Besonderen jener Wissenschaften 
nachgehen, die sich ganz aus der Reihe heraussteilen, wie vor allem 
die Geographie. Da geht man von Haus aus nur dem Neben 
einander der Erscheinungen nach. Das Streben nach dem Einerlei 
ist grundsätzlich genau so vorhanden, stellt sich aber tatsächlich unter 
etwas anderes! Zerfallende Erkenntnis ist auch in der Geographie 
tätig; daher ihr Zehren von allen Naturwissenschaften. Aber in ihrer 
Aufgabe ist diese zerfällende Erkenntnis dem Bedürfnis der un- 
zerfällenden Erkenntnis unterordnet; und nur so wird sie 
auf den Auch-Zusammenhang jenes Nebeneinanders gehetzt. Im tat 
sächlichen Erfolg wird eben mit der Geographie eine Lehre be 
stimmter Determinanten des Handelns ausgebaut. So nahe 
die Geologie der Geographie zu stehen scheint, und so groß die 
Wechselbeziehung beider ist, so ist jene erstere Wissenschaft doch 
schon ungleich mehr Naturwissenschaft im Wesen. Ihre Domäne ist 
die gedachte Zeit, als der eine Zeitverlauf; denn nach ihren 
„Perioden“ hin sind ja alle Schlüsse durch das naturwissenschaftliche, 
das verallgemeinernde, dem Gesetze nachgehende Denken 
hindurchgezogen! 
Mit den „Tatsachen“, die irgendwie Erlebtes verbuchen, ist es 
von Haus aus ein ander Ding. Hinter jeder dieser „Tatsachen“ ver 
birgt sich gleichsam ein ganzer Stern von Zusammenhängen, 
denen entlang wir sofort weiterdenken können, nach dem Vorbilde
	        
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