Full text : Wirtschaft als Leben

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,Die  Herrschaft  des  Wortes“,

tigsten  Geschehens.  Es  ist  nur  ein  dürftiger  Abhub  von  dem  Einen
und  großen  Gewebe  der  Erlebnisse,  was  sich  da  unserem  geistigen
Blicke  dartut.  Wieviel  in  Menschenschicksal  hämmerndes  Geschehen
geht  z.  B.  dem  genauesten  Bericht  über  eine  „Schlacht“  verloren,
der  sich  ja  nach  allen  Seiten  hin  zur  bloßen  Schilderung  ausweiten
muß.  Und  doch  nie  anders,  als  mit  jenem  zeit  flüssigen  Gewebe
von  Ereignissen,  wird  uns  die  All-Einheit  des  erlebten  Geschehens
erfaßbar,  soweit  wir  sie  mit  dem  Blicke  auf  das  grüne  Handeln  durchschauen; ­
  stets  nur  zur  Not,  zur  Not  aber  immerhin,  mit  der  Freiheit
endloser  Vervollkommnung.  Jener  Abhub  vom  lebendigen  Gewebe,
das  ist  die  Welt  des  Handelns  im  Aufrisse.  Auch  dieser  Aufriß  ist
zunächst  nur  ein  Ding  der  Vorstellung;  aber  hier  ist  das  Mögliche  im
Auge  behalten.  Die  berichtende  Wissenschaft  macht  diesen  Aufriß  zur
Tatsache;  er  bedeutet  für  die  Wissenschaft  schlechthin  den  Gegenstand ­
  —  nicht  zu  verwechseln  mit  den  engeren  Gegenständen  ihres
Denkens!  Aber  er  ist  selbst  noch,  als  der  allumfassende,  einem  Worte
verhaftet,  schon  für  das  urwüchsige  Denken.  Denn  als  Name  für  jenes
zeitflüssige  Gewebe  der  Ereignisse  liegt  jenes  Wort  „Geschichte“ ­
  bereit,  mit  dem  unser  Deutsch  die  All-Einheit  des  erlebten
„Geschehens“  so  hübsch  zu  stammeln  weiß.

VL
Nun  die  Verhältnisse  der  schildernden  Wissenschaft.  Da  wir
beim  Denken  von  Zustand  und  Entwicklung  das  Geschehen  aus  seinen
erlebten  Zusammenhängen  lösen,  ist  es  nicht  sofort  klar,  wie  man  auch
auf  diesem  Wege  der  All-Einheit  nacheifern  kann.  Nun,  das  Auslösen
trifft  ja  zu.  Erstens  aber  hängt  das  Ausgelöste  in  sich  zusammen;  und
um  so  mehr,  je  weiter  der  Zustand  gespannt  ist.  Zweitens  ist  in  Zustand ­
  und  Entwicklung  doch  erlebtes  Geschehen  geronnen.  Von
Diesem  gilt,  was  ich  für  den  besonderen  Fall  der  „Tatsachen“  aus  der
Welt  des  Handelns  erwähnte;  wir  können  da  überallhin  weiterdenken. ­
  Dem  zuständlich  erfaßten  Geschehen  entspricht  zwar  kein
bloßer  Stern  von  Zusammenhängen;  denn  mit  dem  Geschehen  sind
auch  seine  Zusammenhänge  zuständlich  erfaßt.  Man  könnte  eher
von  einer  ganzen  Spule  wiederkehrenden  Zusammenhanges  sprechen,
die  sich  mit  der  Wiederkehr  des  Geschehens  fortwährend  auf-  und  abwickelt. ­
  Nun  ist  aber  das  Geschehen,  nach  dem  diese  Zusammenhänge
hinlaufen,  auch  wieder  als  Zustand  erfaßbar.  Dann  haspeln  sich  die
zuständlich  erfaßten  Zusammenhänge  von  Spule  zu  Spule,  ohne  ab-
            
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