Full text : Wirtschaft als Leben

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,Die  Herrschaft  des  Wortes“,

herauskommt;  auch  darüber  sind  die  Akten  geschlossen.  Die  Trennung
könnte  nur  den  Sinn  haben,  daß  wohl  beide  Teilwissenschaften  der
Einheit  nacheifern,  und  beide  in  den  Denkformen  von  Zustand  und
Entwicklung;  aber  daß  ihre  Zweiheit  nötig  wäre,  um  das  Menschheitsleben ­
  zu  erledigen.  Einmal  also  von  der  „wirtschaftlichen  Seite“,
ein  zweites  Mal  von  der  „gesellschaftlichen“;  einmal  als  „Volkswirtschaft“, ­
  dann  wieder  als  „Gesellschaft“.
Es  soll  sich  nun  ergeben,  daß  jene  Scheidung  der  Gesichtspunkte
wohl  für  den  lehrhaften  Auszug  möglich  wird.  Sie  mag  zu  zwei
„Lehrfächern“  führen,  hinter  denen  die  Eine  schildernde  Wissenschaft
entfernt  so  steht,  wie  hinter  „anorganischer“  und  „organischer  Chemie“
die  Eine  Wissenschaft  der  Chemie.  Der  Gedanke  aber,  daß  die
Forschung  innerhalb  der  schildernden  Wissenschaft  zu  dieser
Scheidung  gezwungen  wäre,  und  es  somit  zu  einer  Teilung  der
Wissenschaft  selber  käme,  im  lebendigen  Wissensschatz,  dieser  Gedanke
wird  aus  einer  grundsätzlichen  Erwägung  heraus  seine  Widerlegung
finden.  Und  der  letzteren  tritt  auch  die  Nationalökonomie  selber  zur
Seite,  in  jener  Gestalt  genommen,  wie  sie  als  Ergebnis  der  lebensvollen ­
  Forschung  unserer  Zeit  gefördert  wird.  In  solcher  Weise
bewährt  sich  eben  die  Nationalökonomie  als  jene  gewordene  Wissenschaft, ­
  mit  der  sich  die  mögliche  Wissenschaft  vom  Menschheitsleben
erfüllt.
Dem  grundsätzlichen  Veto  gegen  eine  Unterteilung  der  schildernden ­
  Wissenschaft  muß  ich  gewisse  Erwägungen  vorausschicken;
sie  knüpfen  vielfach  an  die  frühere  Polemik  gegen  das  „wirtschaftliche
Prinzip“  und  die  „wirtschaftliche  Handlung“  an.  Der  Gedanke  jener
Unterteilung  entspringt  nicht  einfach  wortfrommen  Eindrücken  unseres
Denkens,  wie  es  für  den  Wahn  einer  „Systematischen  Nationalökonomie“
zutrifft.  Für  diesen  Gedanken  nehmen  uns  richtige  Vorurteile
gefangen;  tief  einwurzelnd  in  dem  Glauben  an  Worte,  die  in  ihrer
Würde  als  Schlüsselworte  so  gut  wie  unerschüttert  sind.  „Wirtschaft“ ­
  und  „Gesellschaft“,  oder  sagen  wir  gleich  im  rechten  Bezug
auf  unsere  Frage,  das  „Wirtschaftliche“  und  das  „Gesellschaftliche“,
diesen  Worten  ist  unser  Denken  auf  Gnade  und  Ungnade  ergeben.
Dem  Glauben  an  den  unbedingten  Ernst  dieser  Ausdrücke,  an  ihren
sachlichen,  um  nicht  zu  sagen  stofflichen  Gehalt,  entsteigen  Vorurteile,
mit  denen  der  Gedanke  jener  Unterteilung  gleichsam  in  unseren
Anschauungen  verkeilt  steckt.  Diese  Vorurteile  muß  ich  soweit
zu  erschüttern  suchen,  daß  im  voraus  jener  Gedanke  gelockert  erscheint. ­
  Sonst  könnte  die  grundsätzliche  Erwägung,  die  in  Einem
Ruck  mit  diesem  Gedanken  fertig  wird,  kein  gutgläubiges  Verständnis
            
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