Full text : Wirtschaft als Leben

Ausblicke,  XVI.

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begeht  nicht  die  Torheiten,  die  bloß  jene  Herrn  mit  ihrem  buchstabierenden ­
  und  steigend  vom  Worte  geknechteten  Denken  aus  ihm
herauslesen.  Und  gerade  auch  dort  ist  ein  Wurzelpunkt  für  das
Gedankengewebe,  das  jenes  schöne  Buch  so  durchflicht,  um  das  Wort
„Arbeit“  als  Schlüssel  erscheinen  zu  lassen.  Aber  für  das  Gros  und
den  ganzen  Nachtrab  dieser  sogenannten  „klassischen  Schule“  war
„Gut“  das  Schlüsselwort,  wenigstens  im  tatsächlichen  Erfolg.  Was
Dies  besagen  will,  wird  deutlich,  wenn  man  sich  den  bezeichnenden
Inhalt  jener  „Systeme“  vor  Augen  hält:  Nichts  als  ein  Werden,
Wandern  und  Vergehen  von  „Gütern“l  Lauter  Güterschicksale,  an
denen  die  Menschenschicksale  nur  noch  baumeln,  durch  ein  paar
„Rechtsverhältnisse“  angeklebt.  Der  handelnde  Mensch  sinkt  zur
Statistenrolle  eines  bloßen  Behandlers  der  „Güter“  herab.  Von  allen
Gebilden  in  der  Welt  des  Handelns  bleibt  nichts  zurück,  rein  nichts.
Dieses  ganze  „Geschehen“  spielt  sich  nur  unter  stetem  Bezüge  auf
einen  losen  Inbegriff  ab,  auf  jenes  Ganze  der  „Verkehrsmöghchkeiten“,
das  sich  das  lebensgrüne  Wort  „Markt“  als  Namen  erborgt.  Man  sieht,
aus  der  „Gottheit  lebendigem  Kleide“  ist  eine  Art  englisches  Sackleinen ­
  geworden,  um  lauter  „Güter“  und  „Waren“  gewickelt!  Was
Rh  hier  male,  ist  nur  dann  Karikatur,  wenn  man  nicht  gewöhnt  ist,
an  der  Vorstellung  zu  messen  von  jenem  lebendigen  Strome,  der  in
Macht  und  Fülle  durch  die  Zeiten  rauscht.  In  Wahrheit  ist  eben
Karikatur  schon  dort  verbrochen,  und  mein  Bild  ein  treues.  Man
sieht,  das  gleichzeitige  Walten  der  generalisierenden  und  isolierenden
Abstraktion  vereinfacht  nicht  schlechthin,  es  verzerrt;  statt  eines
Gedankenbildes  vom  Flechtwerk  ergibt  sich  gleich  ein  Jammerbild.
Und  es  steht  mit  einer  ganzen  Zahl  unserer  Erwägungen  in  bestem
Einklang,  wen n  es  hier  so  deutlich  erhellt,  daß  sich  diese  einseitige
Beschauung,  aus  dem  Gesichtspunkte  der  Not,  eben  nur  so  ermöglichen
läßt,  daß  man  den  Menschen,  sein  Schicksal  und  sein  Handeln  über
„Güter“  und  „Waren“,  über  Profitmachen  und  Feilschen  vergißt.
Aus  dem  Reiche  der  Tat  wird  Wochenmarktsgetriebe,  aus  der  Welt
d es  Handelns  eine  Welt  des  Handels,  und  somit  aus  „Aktionswissenschaft“
  so  etwas  wie  „AktionärWissenschaft“.  Das  muß  man  im  Auge
behalten,  um  zu  verstehen,  weshalb  die  Nachschöpfung  eines  schlichtesten ­
  Dorflebens  mehr  befriedigen  kann  als  diese  ganzen  „Systeme“.
Von  ihnen  könnte  man  sagen,  daß  sie  gleichsam  im  Diesseits  des
Wor tes  „Gut“  stehen  und  im  Walten  seiner  „transverbalen  Einflüsse“
au sgesponnen  sind.  Das  herrschende  Wort  suggeriert  uns  eben  alle
vereinfachende,  verzerrende  Art  der  Beschauung,  die  seiner  eigenen
Verwendbarkeit  unterliegt;  und  dies  umsomehr,  je  mehr  es  selber  in
            
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