Full text : Wirtschaft als Leben

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,Die  Grenzen  der  Geschichte“,

tischen  Melees  fertig  war.  Die  wissenschaftliche  Gültigkeit  dieser
Aufschlüsse  sei  schlechthin  unsere  Annahme.
So  wird  dahin  wie  dorthin  die  Vergangenheit  lebendig  5  das  in
Formen  des  Gesteins  erstarrte  Geschehen  wacht  vor  uns  auf.  Hier  als
das  emsige  Tun  römischer  Werkleute,  dort  zwar  nicht  als  ein  Kampf
der  Felsen,  wohl  aber  als  das  Nagen  und  Wühlen  des  niedersickernden
Wassers.  Vom  Boden  der  landläufigen  Anschauungen  aus  ist  das  eine
schlechthin  ein  Naturgeschehen,  das  andere  ein  dem  Menschen  verknüpftes, ­
  und  in  diesem  Sinne  wäre  das  letztere  also  ein  Endchen
Geschichte.
Wie  es  nun  scheint,  läßt  sich  das  eine  Geschehen  auch  tatsächlich
mit  dem  anderen  in  Verbindung  bringen.  Das  ganze  Gebaren  bei  der
Arbeit  zwingt  zur  Annahme,  daß  die  Römer  schon  die  frei  aufliegenden
Blöcke  vor  sich  hatten.  Also  müssen  wir  das  Naturgeschehen,  aus  dem
uns  der  Geologe  die  Formen  des  Gesteins  erklärt,  in  die  Vorzeit  der
Römerarbeit  rücken.  Weil  aber  die  Spuren  dieser  Arbeit  ein  Gepräge
tragen,  das  der  Geologe  gleichfalls  aus  der  Verwitterung  erklären
würde,  so  umklammert  das  Naturgeschehen,  der  Zeit  nach,  das  Menschenwerk. ­
  Es  erscheint  somit  möglich,  das  eine  Geschehen  dem  anderen
gegenüber  im  Zeitenlauf  zu  lokalisieren.  Unter  welchen  Vorbehalten
dies  alleinig  zutrifft,  das  gehört  nicht  hierher.  In  diesem  einzelnen
Falle  wie  in  tausend  anderen  gelingt  es  der  kasuistischen  Erwägung
zweifellos,  Elemente  geologischer  und  historischer  Erkenntnis  im  Wege
gültiger  Schlüsse  zu  vermischen.  Der  Schluß  insbesondere,  den  wir
aus  der  Lagerung,  aus  dem  Über  und  Unter,  auf  das  Früher  und
Später  der  Schichten  ziehen,  der  bleibt  immer  zwingend,  ob  wir  ihn
mit  geologischen  oder  mit  historischen  oder  mit  Erkenntniselementen
von  beider  Art  speisen.  Aber  diese  kasuistischen  Erwägungen,  denen
wir  so  zugänglich  sind,  sind  darum  auch  die  gefährlichsten.  Sie
drängen  sich  unserem  Urteile  auch  dann  auf,  und  dann  offenbar  zu
seinem  Schaden,  wenn  es  sich  um  Fragen  handelt,  die  einer  kasuistischen ­
  Erwägung  nur  scheinbar  zugänglich  sind.  Fragen  von  so
prinzipieller  Bedeutung,  daß  es  umgekehrt  erst  ihre  klare  Lösung
ermöglichen  könnte,  eine  kasuistische  Erwägung  in  voller  kritischer
Strenge  zu  vollziehen.  Wenn  sich  also  in  unserem  Beispiele  die  Römerarbeit ­
  und  der  Verwitterungsprozeß  zueinander  lokalisieren  lassen,  so
ist  damit  noch  nicht  im  entferntesten  entschieden,  ob  es  mit  jenem
Kontinuum  des  Geschehens  und  der  Erkenntnis  seine  Richtigkeit  habe.
Wir  gehen  in  dieser  Frage  ruhig  auf  die  prinzipielle  Erwägung  los.
Auch  der  Anreiz  zu  dieser  löst  sich  von  der  nachsinnlichen  Stimmung ­
  ab,  in  die  uns  diese  Örtlichkeit  bringt.  Unwillkürlich  weben  die
            
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