Full text : Wirtschaft als Leben

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,Die  Grenzen  der  Geschichte“,

bei  den  Vorgängen  gattungsmäßiger  Entwicklung,  wie  sie  als  Ursprung
der  Spezies  „Mensch“  metahistorisch  gedacht  sind,  keine  Rede  sein.
Was  sich  da  wandelt,  ist  nicht  das  Geschehen  als  solches,  sondern
als  Attribut  des  Lebewesens.  Die  Entwicklung  —  auch  die
„funktionelle“  —  betrifft  direkt  immer  nur  das  Lebewesen,  in
seiner  ganzen  Eigenart,  in  die  sich  der  Charakter  der  Lebensäußerungen
nur  als  organisches  Glied  einfügt.  Bei  jenem  entwicklungsmäßigen
Ursprung  hebt  also  nicht  ein  anderer  Geschehenszusammenhang  an,
sondern  die  gattungsmäßige  .  Existenz  eines  anderen
Lebewesens.  Und  nur  nebenbei  erstreckt  sich  der  Wandel
auch  auf  das  funktionelle  Anhängsel,  auf  die  Lebensäußerungen;  nicht
anders  jedoch,  als  sich  dieser  Wandel  zugleich  auf  den  ganzen  anatomischen ­
  Bau,  im  besonderen  z.  B.  auf  die  Gestaltung  des  Zentralnervensystems ­
  erstreckt.  Die  Sache  liegt  also  so,  daß  früher  mit  der
anderen  Spezies  zugleich  die  anderen  Lebensäußerungen  existent  waren;
nun  sind  mit  der  Spezies  „Mensch“  zugleich  die  „menschlichen“  Lebensäußerungen ­
  existent.  Mehr  Bedeutung  für  das  Geschehen  hat  jener
metahistorisch  ermittelte  Punkt  nicht.  Er  besagt  keinen  Übergang
zwischen  zwei  geschlossenen  Geschehenszusammenhängen  von  spezifisch
anderer  Natur,  sondern  nur  den  Übergang  von  der  gattungsmäßigen ­
  Existenz  der  einen  in  die  gattungsmäßige
Existenz  der  anderen  Art  Geschehen.
Um  ein  naturwissenschaftliches  Gegenstück  zu  den  Grenzen  der
Geschichte  zu  sein,  fehlt  jenem  Übergang  noch  eine  andere  Eigentümlichkeit: ­
  er  besagt  vom  metahistorisch  -  naturwissenschaftlichen
Standpunkt  durchaus  keinen  entscheidenden  Wendepunkt.
Von  diesem  Standpunkte  aus  hat  ja  das  Auttauchen  des  „Werkzeugtieres“ ­
  grundsätzlich  nicht  mehr  Bedeutung  als  etwa  das  Auftauchen
irgendeiner  Wasserkäferart.  Es  ist  eine  Station  in  der  postulierten
Entwicklung,  schlecht  und  recht  wie  jede  andere;  und  wenn  es  der
Reihenfolge  nach  auch  als  die  „letzte“  Station  gedacht  ist,  so  erscheint
sie  doch  für  das  Nachher  an  Erscheinungen  nicht  ausschlaggebender
als  jede  vorhergegangene.
Freilich,  unser  Interesse  ist  hier  mehr  engagiert  als  bei  irgendeiner ­
  anderen  Wandlung.  Soweithin  ist  es  durchaus  berechtigt,  wenn
sich  darüber  eine  eigene  Disziplin  ausbildet:  die  „historische  Anthropologie“. ­
  Aber  es  ist  eine  schneidende  Inkonsequenz,  wenn
sich  diese  Disziplin  als  ein  Bindeglied  zwischen  Naturwissenschaft  und
Geschichte  wähnt,  sich  ganz  so  gebärdet,  als  ob  das  Auftauchen  des
„Werkzeugtieres“  die  Bedeutung  hätte,  die  ihm  einmal  nicht  zukommt:
entscheidender  Wendepunkt  zwischen  zwei  Geschehenszusammenhängen
            
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