Full text: Wirtschaft als Leben

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,Die Grenzen der Geschichte“, 
sammenhang der Geschichte ist, das bedeutet für die Meta 
historie der große Kausalzusammenhang der Erschei 
nungen. Darnach läßt sich der Grad bestimmen, in welchem die 
eine und die andere Erkenntnisart über die Ve rgangenheit Auf 
schluß erbringt. Die historische Erkenntnis tut es in dem Aus 
maße, als sie den Geschehenszusammenhang der Geschichte aufzurollen 
vermag; die metahistorische Erkenntnis aber täte es in 
dem Ausmaße, als es ihr gelingt, den Kausalzusammen 
hang aufzurollen. Vergleichen wir also den Erfolg hüben und 
drüben. 
Die historische Erkenntnis richtet den Blick geradeaus auf den 
Geschehenszusammenhang der Geschichte. Sie trachtet ja das Geschehen 
um seiner selbst willen aufzudecken; alles Seiende, die räumlichen 
Dinge, das gilt ihr nur als ein mehr oder minder taugliches Mittel zum 
Zweck. In ihrem Streben jedoch, den Geschehenszusammenhang der 
Geschichte aufzurollen, muß sich die historische Erkenntnis von Haus 
aus Beschränkungen auferlegen. Sie vermag diesem Zusammen 
hang nicht in seiner vollen Ausdehnung nachzueifern. Das würde alle 
reale Möglichkeit der Erkenntnis selbst dann übersteigen, wenn die 
Mittel dazu, die „Quellen“, unbeschränkt zur Verfügung stünden. Ist 
doch die Fülle des Erlebten — dieses im strengsten und nicht in je 
nem alltäglichen Sinne der „Erlebnisse“ gemeint, der selber schon eine 
weitgehende Auswahl in sich schließt — schon für den einzelnen eine 
mehr als erdrückende. So muß sich die historische Forschung dazu 
verstehen, unter dem, was sie feststellen könnte, eine Aus 
wahl zu treffen. Mißt man an der unermeßlichen Totalität jenes 
Zusammenhanges, dann ist es nur weniges, was die Forschung tat 
sächlich feststellen kann. Wozu sie überhaupt etwas festzustellen 
trachtet, das habe ich früher schon als das Erkenntnisziel der Historie 
formuliert: Sie will uns den Zusammenhang des historischen Ge 
schehens in Einheit erfaßlich machen. Das Generalprinzip jener notge 
drungenen Auswahl beruht nun darin, daß die Forschung jenes 
wenige festzustellen sucht, dessen geistiger Besitz ihr 
bei der Verfolgung jenes Erkenntniszieles den ungeheu 
ren Rest zur Not entbehrlich macht. Wie sich dieses allge 
meinste Prinzip spezialisieren und im einzelnen durchführen läßt, wie 
sich die P'orschung mit der Zwangslage abfindet, in die sie durch den 
Zwang zur Auswahl von der einen, durch die Kargheit der „Quellen 
von der anderen Seite her versetzt ist, das sind Angelegenheiten sekun 
därer Bedeutung, interne Sorgen der Forschung. 
Nach diesem ebenso klaren wie unausweichlichen Verhalten der
	        
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