Full text: Wirtschaft als Leben

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,Die Grenzen der Geschichte“, 
gebenheit ins Naturwissenschaftliche zu übersetzen. Mit jedem Schritt 
tieferen Hineindenkens breitet sich eine steigende Menge von Vor 
gängen vor uns aus, in uferloser Vielfältigkeit. Und es ist schließlich 
doch nur dem Worte nach eine Kürzung, wollten wir, in scheinbarer 
Vereinfachung, nur ein „Spiel der Atome“ oder eine „energetische“ 
Konstellation vor uns sehen. Auch hier also müßte das Erstrebte 
irgendwie auf das Erreichbare einschnellen, sofern wir überhaupt in 
der Lage wären, jenen Zusammenhang aufzurollen. 
Es gewinnt nun den Anschein, als ob sich just 
mit dem metahistorischen Systeme eine solche Ein 
schränkung verwirklichen würde. Dieses System der 
„Epochen“ und „Stammbäume“ nimmt sich wie eine Kausal ge - 
schichte der Arten aus; warum sollte diese nicht als ein hand 
licher Abriß jener Kausalgeschichte der Individuen gemeint 
sein, die alleinig jenem Kausalzusammenhang der Erscheinungen 
adäquat bliebe. Auch die Metahistorie könnte dann zwar nicht alles 
bieten, aber was sie bietet, würde uns das Fehlende verschmerzen 
lassen. So scheinen die Dinge zu liegen. Lassen wir uns aber nicht 
davon abbringen, daß hier zunächst nur eines feststeht: Das meta 
historische System der „Epochen“ und „Stammbäume“ bezieht sich 
tatsächlich nur auf die Gattungen der räumlichen Dinge! 
Dieser ausgesprochen generische Charakter der Metahistorie 
will richtig verstanden sein. Er hängt nicht schon daran, daß die 
metahistorische Konstruktion selber von abstrakter Natur ist, wenn 
sie auch vom Konkreten ausgeht und im Wege ihrer Nutzanwendung 
sich dem Konkreten wieder zuwendet — es sind z. B. immer nur ein 
zelne und bestimmte Gesteinslagerungen, jede als Konkretum genommen, 
die den Anhalt bieten, das Abstraktum einer „Formation“ zu gestalten; 
umgekehrt läßt sich dann im Geiste der metahistorischen Konstruktion 
jede beliebige, ganz bestimmte Örtlichkeit bis ins Detail geologisch 
deuten, „erdgeschichtlich“ charakterisieren. Jener generische 
Charakter aber wurzelt darin, daß selbst jedes Konkretum sowohl 
bei der Vornahme als auch bei der rückstrahlenden Nutzanwendung 
der Konstruktion, nicht als Individuum in Betracht fällt, 
sondern im wesentlichsten Sinne nur als Exemplar 
einer Gattung, gemäß seiner generellen Natur. Es fällt also 
niemals für sich allein in Betracht, sondern stets nur kraft seiner 
rein gedanklichen Verknüpfung mit allen anderen In 
dividuen, die mit ihm gemeinsam in dem Denken 
einer Gattung aufgehoben sind. So kommt z. B. bei der 
Reihenbildung „gleicher“ Fälle, die zur Erfassung einer „Formation“
	        
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