Anhang, XVI.
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ehe der Gedanke an etwas Metahistorisches auch nur
auftaucht. Setzt dann aber Metahistorie ein, dann bedarf es sicherlich
keiner Erklärung, wenn die zeithafte Ordnung der Dinge auf der Grund
lage ihrer Klassifikation vorgenommen wird. Nur das Gegenteil müßte
erklärt werden. Oder soll man es unserem Denken zumuten, daß es
die vollzogene „Auswahl“ ungeschehen machte, um sie hinterher erst
nochmals vorzunehmen, und nun aus Gründen, die in der Unmöglichkeit
einer völligen Aufrollung des Kausalnexus wurzeln? Das wäre eine
ganz widersinnige Annahme. So erklärt sich also der generische
Charakter der Metahistorie zur einen Hälfte daraus, daß die zeit
hafte Ordnung der räumlichen Dinge notwendig schon
auf der Grundlage der Klassifikation vorgenommen
wird; gleichsam als eine Ordnung über die letzterwähnte noch hinaus.
Dies schließt gewiß nicht aus, daß uns das zeithafte Ordnen der räum
lichen Dinge, ihre Schichtung, neue Auffassungen über die Be
ziehungen der Gattungen zubringt. Nichts ist natürlicher, als daß
z. B. die organische Welt dadurch zu einer neuen, zu einer bio
genetischen Systematik gelangt. Darin liegt ja der
letzte Zweck aller Metahistorie, die räumlichen Dinge
in einer geläuterten Weise, aus tieferen Gründen
systematisch zu ordnen, als es im Wege des bloßen
Vergleiches möglich ist.
XVI.
Soweit darüber, daß der Gedanke, der sich im generischen
Charakter der Metahistorie ausspricht, von außen her und schon in
voller Durchführung in die Metahistorie übernommen ist un
deshalb nicht die Bedeutung eines Prinzipes der Auswahl hat, das
vom metahistorischen Standpunkt aus gegenüber dem Kausalzusammen
hang gehandhabt wird. Es gilt dies um so starrer, als gera e vom
metahistorischen Standpunkt aus dieser Gedanke von einem ganz
anderen Belang ist. Ich erinnere daran, wie man stets nur ein
Geschehen, das uns vom Boden der Denkgesetze aus er a ic ist,
im buchstäblichen Sinne erschließen kann. Handelt es sich aber,
wie in der Metahistorie ausnahmslos, um ein vom Boden er a t u r
gesetze aus erfaßbares Geschehen, dann hat der Schluß, den wir
vom Vorliegenden auf das Vorgegangene ziehen, stets nur die
Natur eines Analogieschlusses vom Geschehenden auf
das Geschehene. Der Analogieschluß ist aber nur dann in