Full text: Wirtschaft als Leben

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,Zur sozialwissenschaftlichen Begriffsbildung“, 
Einzelnen. Lag uns früher ein Konkretum selber vor, so handelt es 
sich jetzt bloß um den Bezug auf ein Konkretum; und es ist klar, 
daß diese gedankliche Bestimmtheit erst perfekt ist, sofern unser Denken 
auf ein einziges Konkretum Bezug zu nehmen weiß. Als Konkretum 
ist schlechthin das Einzelne erfaßt; das gedanklich Besondere aber will 
ausdrücklich als das Einzige erfaßt sein: so wird man das gedanklich 
bestimmte Einzelne als das Singuläre bezeichnen dürfen. 
Während das Konkretum sozusagen die Form der Wirklichkeit 
selber ist, tritt uns mit dem Singulären schon etwas entgegen, was 
irgendwie mit unserem Denken über die Wirklichkeit zu tun hat. Und 
zwar kommt dabei jenes Denken in Frage, dem die Richtung auf 
das Besondere charakteristisch ist; das ist aber das idiographische 
Denken. 
Es erhellt hier zugleich, wie diese Charakteristik des idiographischen 
Denkens richtig zu verstehen ist. Das idiographische Denken kann sich 
unmöglich das anschaulich Besondere, das Konkrete, zum Ziel setzen; 
aus dem einfachen Grunde, weil nicht dasjenige ein Ziel des Denkens 
sein kann, von dem alles erfahrungswissenschaftliche Denken notwendig 
ausgehen muß. In der Tat muß das idiographische Denken aufs 
Haar so vom Konkreten, vom anschaulich Besonderen ausgehen, wie 
das nomothetische. Während aber das Letztere hierauf zum All 
gemeinen hinstrebt, bewegt sich das idiographische Denken dem g e - 
danklich Besonderen, dem Singulären zu. 
Vom nomothetischen Denken gilt es unwidersprochen, daß sein 
Streben nach dem Allgemeinen sich in Begriffen verwirklicht; das 
sind Gedankengebilde, in welche dieses Denken gleichsam ausläuft, 
zur Ruhe gelangt. Im speziellen sind die „Naturgesetze“ nomothetische 
Denkformen dieser Art, in höchster Vollendung. Machen wir uns nun 
klar, daß auch dort, wo sich das idiographische Streben nach dem Be 
sonderen verwirklicht, wo also das Singuläre erfaßt erscheint, jedes 
mal ein Begriff absonderlicher Art vorliegt, als die spezifisch 
idiographische Denkform. 
Die Gedanken der beiden Personen, die sich an das Wort „X-Berg“ 
knüpfen, mögen recht verschieden sein. Der eine „weiß“ vielleicht 
gerade genug, um hinzufinden; der andere „weiß“ nicht allein viel 
mehr, er hegt in seiner Erinnerung auch eine anschauliche Vorstellung 
von diesem Berge, lebhaft und farbenfrisch. Um diese psychologischen 
Unterschiede kümmern wir uns nicht. Wir halten uns ausschließlich 
an die logischen Verhältnisse des Tatbestandes, der damit vorliegt, 
daß sich ein Einzelnes auch im Denken als unverwechsel 
bar erwiesen hat. Wir fassen den hier erreichten Erfolg als
	        
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