Full text : Wirtschaft als Leben

V  orb  emerkungen
zur  Orientierung  über  das  Problem,  über  seine  Geschichte
und  seine  Terminologie.
An  der  Hand  einer  Analyse  des  idiographischen  Verfahrens  hat
der  i.  Artikel  gezeigt,  daß  die  Begriffsbildung  abhängig  sei  von  dem
Ziele  der  Erkenntnis.  Erkenntnisziel  ist  entweder  die  Erfassung  des
Allgemeinen  —  nomothetische  Erkenntnis  —  oder  die  Erfassung  des
Besonderen  —  idiographische  Erkenntnis.  Der  nomothetischen  Erkenntnis ­
  entspricht  die  Bildung  von  Allgemeinbegriffen,  schließlich
also  die  Erfassung  von  „Gesetzen“;  der  idiographischen  Erkenntnis
entspricht  die  Bildung  von  Sonderbegriffen,  die  zu  Individualbegriffen
ausgestaltet  werden,  um  hiermit  die  „Individuen  inmitten  des  Allzusammenhanges ­
  zu  erfassen.
Hängt  nun  die  Eigenart  der  Begriffsbildung  einzig  und  allein  nur
am  Erkenntnisziel?  Offenbar  läuft  dies  auf  die  Frage  hinaus,  ob  der
Gegensatz  zwischen  nomothetischer  und  idiographischer  Erkenntnis
nicht  ein  Gegenstück  findet,  in  dem  Sinne,  daß  wir  noch  eine
andere,  nicht  minder  grundsätzliche  Scheidung  innerhalb ­
  der  erfahrungs  wissenschaftlichen  Erkenntnis  zu
beachten  hätten.
In  der  Tat  handelt  es  sich  ausschließlich  um  erfahrungswissenschaftliche ­
  Erkenntnis.  Nun  ist  es  dieser  Erkenntnis  eigen,
daß  als  Kriterium  einer  grundsätzlichen  Scheidung,  sofern  man  von
dem  Ziele  dieser  Erkenntnis  absieht,  nur  noch  etwas  in  Betracht  fallen
kann:  das,  wovon  diese  Erkenntnis  ausgeht,  was  ihr  also  gegeben
ist.  Und  auf  dieses,  einer  Erkenntnis  Gegebene,  im  besonderen  aber
darauf,  wie  es  ihr  gegeben  ist,  bezieht  sich  der  Begriff  des  „Stoffes  .
Das  Gegebene  fällt  mit  dem  Erfahrbaren  zusammen,  der  „Stoff
korrespondiert  mit  einem  bestimmten  Modus  der  Erfahrung.
Verschiedenheit  des  „Stoffes“  besagt  also  keineswegs  eine  sachliche
Trennung  innerhalb  der  Objekte,  sondern  basiert  auf  einem  erkenntnistheoretischen ­
  Unterschied  in  der  Objektivation:
  ein  Unterschied  in  der  Art  also,  wie  sich  das  Anschauliche
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