Full text: Wirtschaft als Leben

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>Zur sozial-wissenschaftlichen Begriffsbildung“, 
phänomenologischen Denken teilt, die sich von den meisten Formungen 
innerhalb des „lesen“ behaupten läßt. Für den Teil dieser Formungen 
klingt es daher im voraus plausibler, denkt man ihnen andere an 
schauliche Elemente zu, als sie den phänomenologischen Formungen 
eigen sind. Nur die Formung „Blick“ klingt ganz und gar phänomeno 
logisch; es sei deshalb gerade für ihren Teil versucht, von der 
Formung auf das Geformte zurückzugehen. 
Natürlich sieht man dabei von jenem „Blick“ ab, der als „freund 
licher“, „gnädiger“, „wütender“, „neidischer“ usw. das mehr oder 
minder unfreiwillig dargebotene Anzeichen einer Gemütslage vorstellt; 
ebenso von jenem „vielsagenden“, „warnenden“ usw. „Blick“, der aus 
drücklich als ein Zeichen gemeint ist; und gar erst von jenem „bösen 
Blick“, der mystisch als ein Agens gedacht ist. Nur der „Blick“ im 
eigentlichen Verstände des Wortes fällt hier in Betracht; gerade dieser 
nun scheint restlos darin aufzugehen, daß eine „Augenein 
stellung“ erfolgt, unter gleichzeitiger „Steigerung der Aufmerksamkeit 
auf Sehreize“. So wiederholt sich hier im engeren Bezirk der Wahn, 
als ob schlecht und recht ein „psychophysisches“ Geschehen vorläge 1 
Dem zum Trotz versuchen wir nun eine selbständig noetische 
Deutung. Danach wäre „Blick“ etwa ein „Akt der Kenntnisnahme 
durch das Auge“. Nun ist aber in diesem Zusammenhänge „Auge“ 
entweder direkt in gleichem Sinne als ein bloßer „Gastbegriff“ abzu 
sondern, wie es für „begleiten“ innerhalb der Aussage C zutrifft. Oder 
wir suchen, da eine noetische Deutung in Frage steht, nach dem 
noetischen Denken hinter diesem Ausdrucke „Blick“, ohne jener 
Verquickung mit dem phänomenologischen Denken weiter zu achten. 
Dann ergibt sich, daß der Ausdruck „Auge“, noetisch genommen, auch 
nur auf ein Anschauliches Berufung einlegt, das vom noetischen 
Standpunkt aus überhaupt nur als das „Blickende“, oder „des Blickes 
Fähige“, begrifflich erfaßt wird. Im Dienste einer noetischen 
Deutung stellt sich mithin die Determination „durch das Auge“ als 
eine rückläufige heraus; es wäre „Blick“ mit Hilfe des „Blickenden“ 
erläutert, somit die Deutung in dieser Hinsicht nichtssagend ist. Der 
noetischen Formung „Blick“ eignet es daher, daß sie überhaupt nicht 
mehr begrifflich determinierbar erscheint. Als genus proximum 
wäre zwar der „Akt der Kenntnisnahme“ da, aber es fehlt an der 
differentia specifica, so daß die Anschauung selber hilfreich einspringen 
muß. Das will sagen, „Blick“ wäre vom noetischen Standpunkt aus 
eine nur mehr anschauliche Variation des „Aktes der 
Kenntnisnahme“. Soweit die einzigmögliche Deutung. Aber liegt 
nicht ein innerer Widerspruch in der Art und Weise, wie wir die
	        
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