offenbar nur möglich werden, indem sich die strengeren wis-
senscliaftlichcn Yorstellimgen von ausgeprägter Eigenthümlich-
keit zu ganz allgemeinen und überdies oberflächlichen Ideen
verflüchtigten.
Ueberhaupt ist in Bezug auf das Wenige, was für die Ge-
schichtsschreibung der Wirthschaftslehre bisher geschah, die
Bemerkung gerechtfertigt, dass man die Geschichte einer eigent
lichen Wissenschaft nur schreiben kann, wenn man diese Wissen
schaft selbst versteht. Aeusserliche Bücherkenntnisse genügen
hiezu am allerwenigsten. Ein Geschichtsschreiber der Physik,
welcher die Vorstellungen über Schwere und Leichtigkeit, wie
sie im unwissenschaftlichen Zustande der betreffenden Sphäre
ganz unwillkürlich gebildet werden, als Theorien und als Be
weise für das Dasein einer wissenschaftlichen Erkenntniss auf
führen und einreihon wollte, würde sich lächerlich machen.
Das Einzige, was ihm erlaübt wäre, würde eine Einweisung
auf derartige Ideen als auf die sichern Merkmale des Mangels
einer wissenschaftlichen Erkenntniss sein. Aehnlich verhält
es sich nun auch in unserm Gebiet. Ja man muss hier sogar
noch strengere Anforderungen machen, weil der bisherigen
Unfertigkeit wegen die Abschweifung in das Unbestimmte und
Bedeutungslose hier noch weit näher liegt. Die Kenntniss der
ganz gewöhnlichen Vorstellungen von den wirthschaftlicheii
Dingen ist also keine Ausstattung, mit welcher sich Jemand an
die Behandlung der Geschichte unseres Wissensgebiets machen
dürfte. Dennoch haben die meisten geschichtlichen Beiträge
in dieser Bich tun g auf wenig mehr, als auf jenem Verständniss
für die gleichgültigeren und gemeineren Gedanken beruht. Man
hat die gesammte Politik in die Kennzeichnungen des Inhalts
der schriftstellerischen Erzeugnisse hineingezogen und die aller-
nnerhcblichsten, gelegentlichen Bemerkungen so behandelt, als
wenn cs Bostandtbeile der Wirthschaftslehre wären. Man hat
die ärmlichsten Reflexionen moralisirender Natur weitläufig be
sprochen und die unvermeidlichen Verrichtungen, die bei einem
gesunden Gehirn Angesichts bestimmter äusserer Thatsachen
dos wirthschaftlichou Zustandes eintreten müssen, als Zeugnisse
fill' das Dasein einer wissenschaftlichen Einsicht ausgegeben.
Man hat in die unerheblichsten Aeusserungen der älteren und
alten Schriftsteller moderne Erkenntnisse hineingedichtet, die
ihnen völlig fern lagen. Auf diese Weise ist es geschehen,