Full text : Wirtschaft als Leben

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,Der  Wertgedanke“,

nachdem  sich  jene  herkömmliche  Ansicht  darüber  als  eine  trügerische
und  irrige  erwiesen  hätte.
Vermutlich  würde  schon  die  Bildung  des  absprechenden  Urteils
über  jene  Ansicht  die  Handhabe  dazu  bieten,  sie  zu  berichtigen,  das
will  sagen,  den  tatsächlichen  Inhalt  der  Wertforschung  aufzudecken.
Mit  dessen  Erkenntnis  wäre  der  Selbstbesinnung  dieses  Forschens  die
Bahn  geebnet;  die  Wertforschung  wäre  dann  in  der  Lage,  ihren  „königlichen ­
  Weg“  zu  finden.  Der  Zustand  unserer  Wissenschaft  aber,  wie
er  nach  dem  Fall  des  Wertgedankens  eintreten  würde,  und  der  so  viel
Unbegreifliches  in  sich  zu  schließen  scheint,  er  möchte  dann  sicher
begreifbar  werden.  Ihn  als  den  wahren  zu  erkennen,  wäre  ohne  Zweifel
eins  damit,  seine  Möglichkeit  einzusehen.
Die  Kritische  Wertfrage  könnte  ebensogut  bejaht  werden,  der
Wertgedanke  also  die  Probe  auf  seine  Gültigkeit  bestehen.  Scheinbar
bliebe  dann  alles  beim  alten.  Wäre  unser  Beginnen  deshalb  nutzlos
gewesen?  Gewiß  nicht.  Schon  im  allgemeinen  gesprochen,  kann  es
vom  Standpunkte  der  Wissenschaft  unmöglich  gleichgültig  sein,  ob
sich  ein  bestimmtes  Forschen  blindlings  (d.  i.  ohne  jede  Selbstbesonnenheit) ­
  nach  Brauch  und  Herkommen  betätigt  —  sei  es  auch,  daß
es  nach  seinem  Vorgehen  im  Einklänge  mit  den  Tatsachen  bleibt,  also
einen  treffsicheren  Instinkt  bekundet  —  oder  ob  dieses  Forschen  die
Art  seines  Vorgehens  mit  Bewußtsein  aus  der  Erkenntnis  seiner
selbst  herleitet.  Im  besonderen  aber  könnte  das  herkömmliche  Vorgehen ­
  der  Wertforschung  fraglos  noch  manche  Berichtigung  erfahren
und  zu  einer  wesentlichen  Klärung  kommen,  auf  die  Erkenntnis  hin,
daß  der  Wertgedanke  ein  gültiger  sei,  und  dank  der  Einsicht,  weshalb ­
  es  so  ist.  So  bliebe  auch  in  diesem  Falle  keineswegs  alles  beim
alten.  Es  wäre  zwar,  nachdem  einmal  schon  der  Wertgedanke  und
seine  Stellung  zur  Wertforschung  aufgedeckt  ist,  der  letzteren  Inhalt
nicht  mehr  zu  finden;  aber  er  wäre  doch,  so,  wie  er  aus  dem  Wertgedanken ­
  bestimmbar  erscheint,  erst  noch  als  der  tatsächliche
zu  erkennen.  Dies  geschähe,  indem  der  Wertgedanke  seine  Probe
bestünde.  Und  erst  daraufhin  könnte  auch  in  diesem  Falle  die  Wertforschung ­
  auf  den  „königlichen  Weg“  verwiesen  werden.  Denn  im
Finstern  ist  es  nur  zu  leicht  möglich,  daß  man  trotz  der  guten  Richtung
sich  mühsam  über  Stock  und  Stein  weiterschleppt,  und  des  Weges  nicht
gewahr  wird,  der  einen,  sehenden  Auges,  leicht  und  schnell  nach  dem
gleichen  Ziele  hinführen  könnte.
Wir  müssen  schließlich  noch  mit  der  Möglichkeit  rechnen,  daß
sich  die  Kritische  Wertfrage  weder  bejahen,  noch  auch  verneinen  läßt,
daß  sie  einer  eigentlichen  Antwort  unzugänglich  sei.  Der
            
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