Full text : Einführung in das Studium der Konjunktur

114  Dritter  Abschnitt.  Einfluß  des  Konjunkturwandels  und  der  Krisen.

Hinblick  auf  die  Art  der  steuerlichen  Erfassung  der  Einkommen  mit
einer  gewissen  Vorsicht  und  Zurückhaltung  benutzt  werden.

Es  betrug  in  Preußen  das  durchschnittliche  Einkommen  aller
Zensiten  mit  einem  solchen  von  über  900  Mark.

Jahr

Mark

Jahr

Mark

Jahr

Mark

1896

2294

1902

2277

1908

2177

1897

2306

1903

2236

1909

2167

1898

2330

1904

2208

1910

2197

1899

2347

1905

2202

1911

2211

1900

2322

1906

2211

1912

2207

1901

2297

1907

2182

1913

2222

Ebenso  kann  man  auch  in  der  Entwicklung  der  Vermögens-Verhältnisse
  der  Bevölkerung  nicht  unwesentliche  Änderungen
im  Wandel  der  Konjunktur  feststellen.  Es  ist  dies  ja  auch  leicht  zu
erklären  und  zu  verstehen.  Bei  aufsteigender  Konjunktur  und  während ­
  der  Hausse  ist  der  Verdienst  allenthalben  ein  viel  höherer,  die
Gewinne  weit  größere,  als  unter  den  umgekehrten  Verhältnissen.
Es  können  also  in  dieser  Zeit  Ersparnisse  und  Vermögensrücklagen
gemacht  werden,  während  dies  bei  einer  rückläufigen  Konjunktur
nicht  mehr  in  dem  gleichen  Maße  möglich  ist.  In  dieser  Zeit
werden  sogar  nicht  allzuselten  Vermögensverluste  eintreten.  Man
denke  nur  an  die  in  einer  solchen  Zeit  rückläufige  Bewegung  der
Börsenkurse  und  an  die  Verluste,  welche  an  der  Börse  stattfinden,
Fragen,  die  in  dem  folgenden  Abschnitt,  welcher  die  Verhältnisse
auf  dem  Geld-  und  Kapitalmärkte  zum  Gegenstände  hat,  noch  eingehender ­
  zu  behandeln  sind.  Bei  einem  Rückgänge  der  Löhne
werden  ja  auch  die  Neueinlagen  auf  den  Sparkassen  abnehmen,
und  bei  Zunahme  der  Arbeitslosigkeit  werden  hier  sogar  Abhebungen
in  großem  Umfange  Vorkommen  können.  Diese  ungünstige  Einwirkung ­
  des  Einnahmerückganges  bei  sinkender  Konjunktur  kann  eben
auch  dadurch  nicht  voll  ausgeglichen  werden,  daß  in  den  Zeiten
der  Depression  die  Preise  vieler  Waren  weit  geringer  sind  als  während ­
  der  Hochkonjunktur.
Es  möge  zum  Beleg  für  diese  Darlegungen  genügen,  wenn  an
dieser  Stelle  auf  den  relativen  Rückgang  hingewiesen  wird,  dem  bei
einer  Verschlechterung  der  Konjunktur  die  Neueinlagen  bei  den  Sparkassen ­
  gegenüber  den  Rückzahlungen  unterliegen.  Aus  der  folgenden ­
  Tabelle  ist  diese  Tatsache  deutlich  erkennbar:
            
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