Full text : Einführung in das Studium der Konjunktur

4.  Der  Kapital-  und  Geldmarkt.

147

bestimmte  Wirkungen  durch  die  von  dorther  kommende  Nachfrage
nach  Zahlungsmitteln  auf  dem  Geldmarkt  ergeben.
Weit  wichtiger  sind  dagegen  noch  die  Zusammenhänge,  welche
die  Effektenbörsen  und  ihre  Geschäfte  mit  dem  Geld-  und
Kapitalmarkt  und  damit  mit  den  Wandlungen  in  der  Konjunktur  verknüpfen. ­
  Auf  den  Effektenbörsen  werden  Wertpapiere  gehandelt,
Staats-  und  Stadtanleihen,  Aktien  und  Industrieobligationen,  Pfandbriefe, ­
  Wechsel,  Edelmetalle,  Münzen  und  Papiergeld.  An  dieser
Stelle  soll  zunächst  nur  der  Effektenhandel  in  seinem  Zusammenhänge
mit  den  Konjunkturvorgängen  betrachtet  werden.
Die  Mittel,  welche  an  der  Börse  zusammenströmen,  sind  entweder
zu  dauernder  Anlage  oder  für  die  Zwecke  der  Spekulation  bestimmt.
Es  würde  an  dieser  Stelle  zu  weit  führen,  den  Begriff  und  die  Arten
der  Spekulation  zu  erörtern.  Denn  auch  hier  gibt  es  an  der  Börse
die  allerverschiedensten  Arten  und  Abstufungen.  Von  Anlagezwecken
soll  dann  im  folgenden  die  Rede  sein,  wenn,  wie  z.  B.  bei  Staatsund ­
  Stadtanleihen  es  die  Regel  ist,  die  Papiere  um  ihres  Ertrages
willen  gekauft  werden,  von  Spekulation  dann,  wenn  die  Papiere  im
Hinblick  auf  eine  später  zu  erwartende  Kurssteigerung  erworben
werden.
Welche  Wandlungen  vollziehen  sich  hier  nun  im  Wandel  der  Konjunktur? ­
  Verschiedenes  davon  ist  bereits  oben  berührt  worden.  Die
Tabelle  S.  113  hat  ein  Bild  von  den  starken  Veränderungen  gegeben,
welchen  die  Industriegewinne  und  Dividenden  im  Wandel  der  Konjunktur ­
  unterliegen  und  die  Tabelle  S.  129  hat  gezeigt,  daß  mit  einer
Besserung  der  Konjunktur  die  Kurse  der  Staats-  und  Stadtanleihen,
wie  auch  der  Pfandbriefe,  zurückgehen,  um  dann  wieder  in  den  Zeiten
der  Depression  eine  Erhöhung  zu  erfahren.  Es  sind  in  allererster
Linie  die  Dividendenpapiere,  in  deren  Kursen  sich  nicht  nur  die
gegenwärtige  Konjunktur  wiederspiegelt,  sondern  in  deren  Kursen
auch  die  zu  erwartende  Konjunktur  bereits  einen  zahlenmäßigen
Ausdruck  findet.  Ob  dabei  diese  Erwartungen  auch  immer  eintreüfen
oder  enttäuscht  werden,  interessiert  uns  an  dieser  Stelle  nicht.  Jedenfalls ­
  aber  spielt  diese  Rücksicht  auf  die  zu  erwartende  Konjunktur
beim  Handel  in  diesen  Dividendenpapieren  eine  ganz  besonders  große
Rolle.  Liegt  ja  doch  überhaupt  das  Wesen  der  Spekulation  darin,
daß  sie  nicht  mit  den  gegenwärtigen,  feststehenden  und  bekannten
Verhältnissen,  sondern  mit  den  zukünftigen  rechnet.
Der  Börsenspekulant  rechnet  mit  einem  Steigen  oder  einem
Fallen  der  Kurse  und  will  diese  Änderung  für  sich  vorwegnehmen,  er
will  sie  eskomptieren,  wie  der  Börsenausdruck  lautet.  Auf  die  Änderungen ­
  in  diesen  Kursen  können  nun  die  mannigfaltigsten  Fairtoren
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.