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Der Vorrat an Erzen ijt bisher in Polen wenig erforfht und
ihr Wert vielleiht deswegen nit genügend gefhäßt. Erzgruben exi-
tieren dafelbit nur als Hilfszweig für die Hüttenindultrie; die Gruben
murden ausfdhliekliH für Hütten oder von den Hütten exploitiert. Der
Reichtum: an einheimildhen. Erzen fowie der vorausfichtlidHe erhöhte
Wert derfelben nad) dem Kriege gibt Anlakh, die Erzgruben als einen
[elbjtändigen Zweig der nationalen Wirt/hHaft anzufehen und die plan-
mäßige und rationelle Organifation derfelben vorzubereiten,
Der Borrat an Eifenerzen betrug im nordweitliden Teil des
Rreijes Bendzin gegen 1500000 tons, in der JüdöftliHen Gegend des
Rrafau-Wieluner Gebirgsitreifens 39 bis 70 Millionen tons. Die rie-
lige, 3000 qkm umfalfende Fläde der Anhöhe Klein-Polens ft un
erforfcht, und die Berehnung des dort hefindliden Erzes unmöglich.
Sleichfalls unbekannt it der Erzuorrat im füdliHen Teil des Olkuhzer
Kreifes und im weltligen Teil Polens. Von fünf Komplexen der
Erzlageritätten fönnen annähernde Berechnungen für zwei verhältnis-
mäßig Meine Fläden durchgeführt werden, die welentlidhiten Erzlager-
itätten bleiben no) weiter unerforht und der Mineralvorrat unbe
fannt. Die von verfhiedenen Forihern qemadjten SchäHungen des
Reidhtums der polnifden Erzgruben [Hwanken zwifden 2 und 37 Mil-
[iarden Bud (1 Pud=3 Hentner), die meiften Iiheoretifhen Berech-
nungen deuten einige Milliarden Bud an (durdhHfHnittliH zirka 19
Milliarden). Da der Eijengehalt der Erze zirka 30 % beträgt, fo
befißt Polen nad) diefen Beredhnungen auf feinem Terrain in Erzen
ungefähr 4,5 Millionen Pud Roheifen.
Die Exploitation heimifder Erze war bisher gänzlih vernad)-
[äfftat. Die Schürfung nahm in den NIahren der Hohen BPreije für
cuffilhe Erze bedeutend zu, verringerte fig) aber beim Konjunktur-
wechfel. Iın Fahre 1901 3. V. ergab die Schürfung 20 Millionen Pud,
im Sahre 1909 7,5 Millionen, im Vahre 1911 16 Millionen Pud. Die
Exploitation war demnadH von dem Bedarf der Hüttenwerke abhängig.
Solde zufällige und ungleiHmähige Ausnüßung machte eine rationelle
Gejtaltung des Bergbaues unmöglich, weshalb au diefer Broduktions-
zweig vernachläffligt wurde.
Die Urfadhe der UnterfHäkung der einheimijdhen Erze feitens der
SHüttenwerfe war bis jekt [MHeinbar der geringe Eijengehalt derjelben
und die Notwendigkeit der Beimijhung reichhaltigerer fremder CErze.
Es ift jebod) eine allgemeine Er heinung des modernen Induftrielebens,
daß fein Neid, weldjes hebeutendere Quanten Eijenm produziert, (die
Bereinigten Staaten und Rußland ausgenommen), aus[Hließlih eigene
Erze verwendet, vielmehr jedes große Quanten fremder Erze bezieht.
Mus dielfem Grunde darf der aerinae Eilenaehalt der volniichen Erz-