fullscreen: Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

169 
Der Vorrat an Erzen ijt bisher in Polen wenig erforfht und 
ihr Wert vielleiht deswegen nit genügend gefhäßt. Erzgruben exi- 
tieren dafelbit nur als Hilfszweig für die Hüttenindultrie; die Gruben 
murden ausfdhliekliH für Hütten oder von den Hütten exploitiert. Der 
Reichtum: an einheimildhen. Erzen fowie der vorausfichtlidHe erhöhte 
Wert derfelben nad) dem Kriege gibt Anlakh, die Erzgruben als einen 
[elbjtändigen Zweig der nationalen Wirt/hHaft anzufehen und die plan- 
mäßige und rationelle Organifation derfelben vorzubereiten, 
Der Borrat an Eifenerzen betrug im nordweitliden Teil des 
Rreijes Bendzin gegen 1500000 tons, in der JüdöftliHen Gegend des 
Rrafau-Wieluner Gebirgsitreifens 39 bis 70 Millionen tons. Die rie- 
lige, 3000 qkm umfalfende Fläde der Anhöhe Klein-Polens ft un 
erforfcht, und die Berehnung des dort hefindliden Erzes unmöglich. 
Sleichfalls unbekannt it der Erzuorrat im füdliHen Teil des Olkuhzer 
Kreifes und im weltligen Teil Polens. Von fünf Komplexen der 
Erzlageritätten fönnen annähernde Berechnungen für zwei verhältnis- 
mäßig Meine Fläden durchgeführt werden, die welentlidhiten Erzlager- 
itätten bleiben no) weiter unerforht und der Mineralvorrat unbe 
fannt. Die von verfhiedenen Forihern qemadjten SchäHungen des 
Reidhtums der polnifden Erzgruben [Hwanken zwifden 2 und 37 Mil- 
[iarden Bud (1 Pud=3 Hentner), die meiften Iiheoretifhen Berech- 
nungen deuten einige Milliarden Bud an (durdhHfHnittliH zirka 19 
Milliarden). Da der Eijengehalt der Erze zirka 30 % beträgt, fo 
befißt Polen nad) diefen Beredhnungen auf feinem Terrain in Erzen 
ungefähr 4,5 Millionen Pud Roheifen. 
Die Exploitation heimifder Erze war bisher gänzlih vernad)- 
[äfftat. Die Schürfung nahm in den NIahren der Hohen BPreije für 
cuffilhe Erze bedeutend zu, verringerte fig) aber beim Konjunktur- 
wechfel. Iın Fahre 1901 3. V. ergab die Schürfung 20 Millionen Pud, 
im Sahre 1909 7,5 Millionen, im Vahre 1911 16 Millionen Pud. Die 
Exploitation war demnadH von dem Bedarf der Hüttenwerke abhängig. 
Solde zufällige und ungleiHmähige Ausnüßung machte eine rationelle 
Gejtaltung des Bergbaues unmöglich, weshalb au diefer Broduktions- 
zweig vernachläffligt wurde. 
Die Urfadhe der UnterfHäkung der einheimijdhen Erze feitens der 
SHüttenwerfe war bis jekt [MHeinbar der geringe Eijengehalt derjelben 
und die Notwendigkeit der Beimijhung reichhaltigerer fremder CErze. 
Es ift jebod) eine allgemeine Er heinung des modernen Induftrielebens, 
daß fein Neid, weldjes hebeutendere Quanten Eijenm produziert, (die 
Bereinigten Staaten und Rußland ausgenommen), aus[Hließlih eigene 
Erze verwendet, vielmehr jedes große Quanten fremder Erze bezieht. 
Mus dielfem Grunde darf der aerinae Eilenaehalt der volniichen Erz-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.