Full text : Einführung in das Studium der Konjunktur

3.  Erscheinungsformen  und  Arten  der  Krisen.

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herabgesetzt.  Das  ist  dann  nur  noch  bei  Unternehmungen  möglich,
welche  einen  besonders  hohen  Gewinn  versprechen.  Somit  muß
durch  diesen  Einfluß  eines  hohen  Zinsfußes  und  durch  die  dadurch
hervorgerufene  Abnahme  der  Produktion  von  festem  Kapital  eine
vorhandene  Hochkonjunktur  zu  Ende  gehen  und  sich  in  eine  Depression ­
  umwandeln.
Umgekehrt  liegt  es  dann  bei  der  Entstehung  einer  aufsteigenden ­
  Konjunktur  aus  der  Depression.  Während  der  letzteren  ist  der
Zinsfuß  ein  niedriger,  und  damit  wird  die  Inangriffnahme  von  Unternehmungen ­
  rentabel,  welche  dieses  bei  hohem  Zinsfüße  nicht  wären.
„Wenn  z.  B.  eine  Eisenbahn,  von  der  man  einen  jährlichen  Nettoertrag ­
  von  400000  Mark  berechnet,  10  Millionen  Mark  Anlagekosten
erfordert,  kann  sie,  solange  der  Zinsfuß  5  °/o  beträgt,  nicht  gebaut
werden.  Wenn  aber  der  Zinsfuß  bis  3  o/ 0 '  heruntergeht,  wird  das
Unternehmen  lohnen  und  wird  auch  aller  Wahrscheinlichkeit  nach
verwirklicht  werden.“
Wenn  wir  in  den  folgenden  Abschnitten  den  Ablauf  der  Konjunkturen, ­
  ihre  Merkmale  und  Symptome  kennen  gelernt  haben,  wird
sich  dann  noch  Gelegenheit  bieten,  auf  diese  verschiedenen  Theorien
und  Erklärungsversuche  zurückzukommen.
3.  Erscheinungsformen  und  Arten  der  Krisen.
Solche  wirtschaftlichen  Störungen  können  in  sehr  verschiedenen
Formen  und  in  sehr  verschiedenem  Umfange  auftreten.  Auch  ihr  Ausgangspunkt ­
  kann  ein  verschiedener  sein.  Sie  können  nur  einzelne
Teilgebiete  des  Wirtschaftslebens  umfassen,  sie  können  sich  auf  das
ganze  Wirtschaftsleben  eines  Landes  oder  auch  gleichzeitig  auf
das  mehrerer  Länder  erstrecken.  Der  Rückgang  der  Konjunktur,  beziehungsweise ­
  das  Eintreten  der  Krise,  kann  auf  von  außen  kommenden ­
  Ursachen  beruhen.  Beides  kann  aber  auch  auf  Ursachen
zurückzuführen  sein,  die  mit  dem  inneren  Gefüge  des  Wirtschaftslebens ­
  im  Zusammenhänge  stehen.  Der  Ausgangspunkt  einer  solchen
Störung  kann  im  Gebiete  der  Güterproduktion,  aber  auch  auf
demjenigen  des  Geldmarktes,  oder  dem  Markte  der  Wertpapiere
(Börse),  liegen.  Auch  die  Wirkungen  solcher  Störungen  können  sich
entweder  auf  ihr  Ausgangsgebiet  beschränken,  was  jedoch  sehr  selten
vorzukommen  pflegt,  oder  mehr  oder  weniger  auf  das  ganze  Wirtschaftsleben ­
  übergreifen.  Man  wird  sagen  können,  daß  unter  all
diesen  Gesichtspunkten  kaum  eine  Krise  einer  anderen  gleicht,  daß
jede  einen  besonderen  Typ'  für  sich  darstellt.
So  ist  man  dazu  gekommen,  um  ein  einigermaßen  ordnendes
Prinzip  in  diese  Mannigfaltigkeit  hineinzutragen,  diese  verschiedenen
            
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