Dritter Abschnitt.
Der Einfluß des Konjunkturwandels und der Krisen
auf die Volkswirtschaft.
1. Vorbemerkung.
Es bedarf keiner besonderen Begründung dafür, um darzutun,
wie Wichtig für die gesamte Volkswirtschaft, aber auch für jede einzelne
Erwerbswirtschaft, die Kenntnis des Konjunkturwandels, die
Beobachtung und ein möglichst genaues Studium desselben sind.
Das wirtschaftliche Handeln des einzelnen Unternehmers, aber auch
die wirtschaftlichen und finanziellen Mahnahmen von Staat und Gemeinde
sind in hohem Maße von der in einer bestimmten Zeit vorhandenen
Konjunktur abhängig und damit gewinnt dann wieder
diese Konjunktur einen bestimmten Einfluß auf die Richtung, in
welcher sich diese einzelnen Handlungen bewegen.
Das gilt einmal schon von der Anpassung an die zu einer bestimmten
Zeit vorhandene Konjunktur, dann aber auch davon, daß die
einzelnen wirtschaftenden Personen auch in der Lage sind, sich mit
ihren Maßnahmen und Handlungen auf einen, vielleicht bevorstehenden
Wandel in der Konjunktur vorzubereiten. Denn die Wirkungen
eines Konjunkturrückganges, der Eintritt einer Depression
oder einer Krise, sind für die Volkswirtschaft eines Landes und
damit auch für die einzelnen Erwerbswirtschaften um so weniger
verhängnisvoll, je weniger eine solche Änderung unerwartet eintritt
und je mehr die davon Betroffenen Zeit und Möglichkeit gehabt
haben, sich mehr oder weniger mit ihren Maßnahmen auf einen
solchen Umschwung einzurichten. Neben dem genauen Studium einer
bestimmten vorhandenen Konjunktur tritt daneben als weitere wichtige
Aufgabe der Wirtschaftspolitik die Prognose der Konjunktur.
Die Lösung beider Aufgaben, die wirtschaftlichen und sozialen
Eigentümlichkeiten von Hochkonjunktur und Depression kennen zu
lernen, aber auch die Möglichkeit, den Wandel der Konjunktur innerhalb
gewisser Grenzen vorauszusehen und sich darauf einrichten zu
können, erfordern als Voraussetzung die genaue Kenntnis der Merkmale,
wodurch sich die verschiedenen Arten der Konjunktur hinsichtlich
ihrer wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen voneinander
unterscheiden. Der folgende Abschnitt ist der Betrachtung