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Über die Hälfte der verzollten Einfuhr entfällt auf Rum. Der Zollsatz für Rum be-
‚rägt hauptsächlich 350 AM je dz. In zweiter und dritter Linie folgen Arrak (Zollsatz
350.2.M je dz) sowie Kognak und anderer Weinbrand (wichtigster Zollsatz 375.AM je dz).
Die von der Reichsmonopolverwaltung gegen Entrichtung des Ausfuhrpreises abge-
setzten Mengen sind in den Rechnungsjahren 1927 und 1928 stark zurückgegangen. Sie
vbezifferten sich 1927 auf 62 972 hl Weingeist und 1928 auf 3 762 hl Weingeist gegen
352 218 hl Weingeist im Rechnungsjahr 1926. Die Ausfuhr von Branntwein und
Branntweinerzeugnissen in den Betriebsjahren 1926/27 und 1927/28 betrug 82 989 hl
Weingeist und 24 539 hl Weingeist.
Der inländische Branntweinkonsum entwickelte sich unter Berücksichtigung der ab-
ıeferungsfreien und der eingeführten Mengen wie folgt:
Branntweinverbrauch
zu Trinkzwecken ‘zu gewerblichen Zwecken
. | je Kopf der
Im ganzen | Bevölkerung
nl Weingeist | 1 Weingeist
überhaupt
je Kopf der
Bevölkerung
1 Weingeist
hl Weingeist
Rechnungsjahre (April bis März}
O8
OT
323 786 | 1,31
788.569 1,25
921411 | 1.45
| 407 240 2,23
703 733 ] 2,69
| 837 146 2,88
2231026 ı 3,54
2 492 302 3,94
2 758 557 4,33
Betriebsiahre (Oktober bis September)
926/27 a
‚927/28 See]
2
43 872 1,34
326 303 1,30
381 568 1,38
ı 570 923 2,48
i 772 808 | 2,79
| 960 121 3.07
|
2 414 795 3,82
2599 111 4,09
2 841 687 4.45
Die abgabepflichtigen Mengen bezifferten sich in den Betriebsjahren 1926/27 bis
1928/29 auf 929 216 hl Weingeist, 911387 hl Weingeist und rd. 974 000 hl Weingeist;
lavon trugen die vollen Abgabesätze 1926/27 878 728 hl Weingeist, 1927/28 860 374 hl
Weingeist und 1928/29 rd. 918 000 hl Weingeist. Der Anteil der abgabefreien Mengen
im gesamten Branntweinverbrauch ist von 61,5 vH in 1926/27 auf 64,9 vH in 1927/23
ind auf 65,7 vH in 1928/29 gestiegen.
_ Die Ergebnisse des Rechnungsjahres 1926 und des Betriebsjahres 1926/27 sind durch
Vorratskäufe beeinflußt worden, die im Dezember 1926 und im Januar 1927 im Hinblick
\uf die bevorstehende Erhöhung des regelmäßigen Verkaufspreises vorgenommen wurden.
Infolge dieser Vorversorgung blieben die Absatzmengen des Rechnungsjahres 1927 und
les Betriebsjahres 1927/28 hinter der Vorjahrshöhe zurück. Der tatsächliche Trinkver-
rauch dürfte sich in diesen beiden Jahren kaum geändert haben. Dagegen ist zu ver-
“uten, daß die höheren Absatzziffern des Rechnungsjahres 1928 bzw. des Betriebsjahres
1928/29 auf einen Mehrverbrauch während des außerordentlich kalten Winters 1928/29
“Urückzuführen sind; aus der starken Zunahme des Trinkspritabsatzes im 2. und 3. Viertel
les Betriebsjahres 1928/29 (223873 hl Weingeist und 152526 hl Weingeist gegen.
146 989 hl Weingeist und 122 992 hl Weingeist im entsprechenden Zeitraum des Vorjahrs)
Ju aus dem erheblichen Rückgang des Verkaufs im 4. Viertel (73 385 hl Weingeist, im
„OrJahr 170 711 hl Weingeist) kann ferner gefolgert werden, daß sich das Spirituosen-
Yerbe vor dem Inkrafttreten der erhöhten Verkaufspreise (1. Juni 1929) in gewissem
Mfange noch zu den niedrigeren Preisen eindeckte.
(908 Reineinnahme des Reichs aus dem Branntweinmonopol betrug im Betriebsjahr
, 26/27 256,6 Mill. AM und im Betriebsjahr 1927/28 264,7 Mill. AM, Die Isteinnahme
A Betriebsjahr 1928/29 stellte sich auf 327,0 Mill. AM, nn
w Isteinnahmen des Reichs und die auf Grund der Ergebnisse der Handelsstatistik
\ echneten Zollerträge ergeben für die Rechnungsjahre 1926 bis 1928 ein Gesamtauf-
1 Mmen von 231,5 Mill. RM, 266,3 Mill. AM und 303,0 Mill. AM bzw. auf den Kopf
4er Bevölkerung 3.68 AM. in 1926. 420 .A.M in 1927 und 4.75 AM in 1928.