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der abstrakten Rechnungseinheit, die, von den Einzelnen
als Grundlage ihrer Einkommen geschätzt, alle Umsätze (!) vermittelt‘ (Geld,
S. 191). Liefmann befindet sich hier in einem Irrtum, der für ihn charakteristisch
ist, weil er aus seiner Auffassung des Wirtschaftens als eines Komplexes
ausschließlich „psychischer Erwägungen‘‘ folgt: er hält auch die
Überweisung für einen Akt der Gedrechnun g. Liefmann sieht nicht,
daß Geldrechnung und Verrechnungsverkehr zwei ganz verschiedene Tatbestände
sind. Verrechnung bedeutet in unserer Wirtschaftsordnung wechselseitige
Übertragung von Kaufkraft; ob diese Übertragung durch Metallstücke
oder Banknoten bewirkt wird oder durch allgemein gebräuchliche
Schecks oder Lochungen der Ausweiskarte über ein Giroguthaben oder sogar
nur Buchungen in den Konten von Gläubiger und Schuldner, ist dem Wesen
nach kein Unterschied. In allen diesen Fällen haben wir es außer mit der
abstrakten Rechnungseinheit auch mit Objekten konkreten Handelns zu
tun; selbst der Buchungsvermerk ist noch ein solches reales Mittel
der Kaufkraftübertragung, nicht bloß Rechnung mit idealen Zahlengrößen.
Bendixen bemerkt dazu treffend: „‚Giralgeld ist reales Zahlungsmittel,
nicht anders als Noten und Münzen, und lautet wie diese auf abstrakte
Werteinheiten. Mit vorgestelltem Geld kann man so wenig zahlen, wie man
sich mit vorgestelltem Brot satt essen kann‘ (Währungspolitik, S. 149)-Obendrein
muß aus verkehrstechnischen Gründen „eine geringe
Menge Scheidegeld für den Detailverkauf in Umlauf
bleiben“ (Neurath); denn „gewisse Zahlungen — insbesondere .
die Zahlungen des Kleinverkehrs — werden immer durch tatsächliche
Leistung der allgemein anerkannten körperlichen Zahlungsmittel
geschehen müssen“ (Hahn, S. 44).
2. In der heutigen Wirtschaftsordnung bedeutet also die
Ausbreitung des Verrechnungswesens nicht eine Beseitigung des
Geldes als Zahlungsmittel, sondern nur eine technische Veränderung
der zufällig gebrauchten Geldzeichen. Wie steht es aber mit dieser
Einrichtung in einer anderen Wirtschaftsorganisation? Man hat
das Verrechnungswesen vielfach mit den kollektivistischen Systemen
in Verbindung gebracht, ja sogar in Plänen von Kommunisten
spielt es, namentlich für die Übergangswirtschaft, mitunter eine
Rolle.
Engels z. B. denkt sich den Verkehr innerhalb der Kommune
durch Arbeitsgeld, zwischen den Kommunen durch „bloße Buchführung‘‘
geregelt: „Im Verkehr zwischen der Kommune und ihren Mitgliedern ist das
Geld gar kein Geld, fungiert es gar nicht als Geld. Es dient als reines
Arbeitszertifikat, es konstatiert, um mit Marx zu reden, „nur den individuellen
Anteil des Produzenten an der Gemeinarbeit und seinen individuellen
Anspruch auf den zur Konsumtion bestimmten Teil des Gemeinprodukts“
und ist in dieser Funktion ebenso wenig Geld wie etwa eine Theatermarke‘‘
«+. Ob die Marke, die das Maß der erfüllten „Produktionspflicht‘“ und des
damit erworbenen ‚‚Konsumtionsrechts‘‘ bezeichnet, ein Wisch Papier, ein