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für jeden Rücklieferer eines Heftes, der noch einen Saldo hat; dieser Saldo
wird auf dem Konto vorgetragen, und man kann für diesen Betrag, wiederum
zegen Hypothekenbestellung, neue Kreditrechnungshefte erhalten‘ (S, 17).
Solvay ist nicht Anhänger eines ausgesprochenen Kollektivismus oder
gar Kommunist; er huldigt vielmehr der Anschauung des „Produkti-
vismus, der darin besteht, die soziale Produktivität durch eine sehr
verschiedene Mittel umfassende Gesamtordnung auf ihr Maximum zu bringen‘‘
(Gide - Rist, S. 359). Auch Solvays Vorschlag bedeutet keineswegs
eine Aufhebung der Geldzahlungen; die Auffassung Schumpeters,
der „keinen Wesensunterschied zwischen dem bestehenden Währungsgeld
und Solvays Buchgeld‘“ sieht (Sozialprodukt, S. 636), ist durchaus
zutreffend.
Schließlich reiht sich den drei letztgenannten Plänen neuestens noch
Justus Rechts Vorschlag der Umwandlung des Geldes in ein staat-
liches „‚Kontogut‘“ an.
Auch die Bedeutung dieser Vorschläge liegt nicht darin, daß
sie das Geld in seiner Zahlungsmittelfunktion aufheben, sondern
daß das Zahlungswesen zentralisiert wird; daß diese die höchste
Blüte der Verkehrswirtschaft darstellende Einrichtung einen mehr
and mehr verwaltungswirtschaftlichen Charakter an-
nimmt.
Bei Engels verdeckt die Buchführung nur noch die Naturalwirt-
schaft, Bellamys Kreditkarte „entspricht dem Anteil der Inhaber an
der jährlichen Produktion des Landes‘, und Solvays Buchungen sollen
bewirken, ‚daß man stets mit einer genügenden Genauigkeit die Gesamtsumme
der Ausgaben und Einnahmen eines Jeden erkennt‘, Mit voller Schärfe tritt
lieser verwaltungswirtschaftliche Gesichtspunkt hervor, wenn Neurath
„uneinlösliches Girogeld im Kriegsfalle‘“ verlangt: „Es erscheint
erwägenswert, alle Guthaben bei Banken, Sparkassen und verwandten In-
stituten im Kriegsfalle für uneinlösliche Giroguthaben zu erklären, über die
nur mit Schecks ‚zur Verrechnung‘ verfügt werden könnte ... Zahlungen
könnten ungehindert geleistet werden, zumal dann, wenn das Girogeld
zum Kurantgeld erhoben würde, Man zahlt dann dem Hausherrn
den Zins, dem Fleischer das Fleisch, dem Angestellten das Gehalt in Girogeld.
Nur eine verhältnismäßig geringe Menge Scheidegeld müßte für den Detail-
verkauf im Umlauf bleiben. Muß jemand an einen anderen Zahlung leisten,
der kein Konto besitzt, so wird demselben zwan gsweise eines z. B,
bei der Postsparkasse eröffnet, welche ja ihr Filialnetz bis in die kleinsten
Irtschaften erstreckt“ (Kriegsw., S. 134). Hier wird also nicht die unmittel-
vare Aufhebung der Geldzahlungen, sondern nur ihre verwaltungswirt-
schaftliche Ausgestaltung erstrebt; aber diese scheinbare Förderung der Geld-
wirtschaft soll in Wahrheit nur den Übergang zur Naturalwirtschatt bilden:
„Soweit der bargeldlose Zahlungsverkehr organisierend. eingreift, wird durch
ihn mittelbar die Naturalwirtschaf{it begünstigt,
la nur sie, nicht aber die Geldwirtschaft einer auf einem Wirtschaftsplan
aufgebauten Organisation fähig ist. Der bargeldlose Zahlungsverkehr fördert
n diesem Sinne nicht nur die Entthranung des Goldes, sondern hilft auch